
BODENHEIM – Es war ein Schultag der besonderen Art: Mit strahlenden Augen, schmutzigen Fingern und einer Energie, die ansteckend wirkte, machten sich 45 Kinder der Bodenheimer Grundschule daran, gemeinsam mit der Naturschutzgruppe ein Stück Zukunft zu gestalten. Ausgerüstet mit Spaten, Handschuhen und einer Neugierde, die kaum zu bremsen war, pflanzten sie 53 Sträucher, sechs Stauden und – als besonderes Highlight – eine Flaum-Eiche, die auf der Liste der bedrohten Arten steht.

Die Kinder der Klasse 3e, die „Igel“, und ihre Patenklasse 1b, die „Murmeltiere“, waren mit einer Begeisterung dabei, die selbst die Erwachsenen staunen ließ. Die zahlreichen Regenwürmer hatten es ihnen dabei besonders angetan. Die beiden Claras, sieben und neun Jahre alt, hatten die kleinen Helfer im Boden immer im Blick: „Wir müssen die Regenwürmer retten“, riefen sie, während sie die Tiere behutsam in Sicherheit brachten.
Leni und Lea hingegen liebten es einfach, die jungen Pflanzen in die Erde zu setzen – „Das macht so Spaß“, machten sie deutlich. Die Jungen der Gruppe waren derweil mit Feuereifer eher bei den „Erdarbeiten“: Buddeln, Graben, Schaufeln. Für sie war das der beste Teil des Tages. An der Seite der Kinder standen nicht nur ihre Lehrerinnen Carina Lilge und Miriam Engel, sondern eben auch sechs engagierte Mitglieder der NSG, allen voran Torsten Jäger, der sich im April dann ganz besonders um die Bodenheimer Kitas kümmern wird. „Das ist toll, ich habe schon mitgemacht, und die Kiste steht jetzt in unserem Garten“, erzählt Vanessa, fast neun Jahre alt, stolz von den Igel-Kisten, die Jäger gemeinsam mit den Kleinen bauen wird.

Heidi Veit-Gönner, Umweltbeigeordnete der Ortsgemeinde Bodenheim, packte nicht nur symbolisch mit an, sondern griff tatsächlich zum Spaten. „Wenn die Gemeinde schon Eigentümerin des Grundstücks ist, dann wollen wir auch mit anpacken“, erklärte sie lachend, während sie gemeinsam mit den Kindern ein Pflanzloch aushob. Für sie ist auch ein Ziel, die Grünfläche durch die Bepflanzung deutlich von den Parkplätzen abzugrenzen, denn: „Manche Bürger parken hier tatsächlich auf dem Grün.“
Die enge Zusammenarbeit zwischen Schule, Gemeinde und Naturschutzgruppe ist es, die das Projekt so besonders macht – ein Miteinander, das zeigt, wie viel man erreichen kann, wenn alle an einem Strang ziehen. Für die Lehrkräfte war dieses Projekt perfekt: draußen an der frischen Luft, fußläufig zur Schule, kostenfrei und einfach die ideale Ergänzung zum Sachunterricht. Und nach getaner Arbeit gab es etwas, auf das sich alle freuten: ein gemeinsames Picknick, denn Arbeit an der frischen Luft macht hungrig.

Lehrerin Carina Lilge sagte voraus: „Die Kinder werden noch oft an diesen Tag zurückdenken, wenn sie in zehn Jahren an der Guckenberghalle vorbeigehen und stolz auf das zeigen können, was sie hier mit ihren eigenen Händen geschaffen haben. Denn die Arbeit in der Praxis ist oft soviel mehr wert als alle Theorie im Unterricht.“ Und eines scheint klar: In Bodenheim wächst nicht nur eine kleine Flaum-Eiche, sondern auch eine neue Generation von Naturschützern heran.























