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Pfarrer mit sozialem Engagement und Befürworter der Ökumene geht in Rente Verabschiedung >>>Gottesdienst zur Entpflichtung von Pfarrer Andreas Nose in der evangelischen Kirche Gonsenheim

Pfarrer Andreas Nose und seine Kollegin Anne-Bärbel Ruf-Körver werden bestimmt auch noch in Zukunft als musikalisches Duo zu hören sein. Foto: Elke Fauck

GONSENHEIM – „Und es werden kommen von Osten und Westen, von Norden und Süden, die zu Tisch sitzen werden im Reich Gottes.“ Diesen Teil des Lukas-Evangeliums Kapitel 13, Vers 29, der die Einladung aller Menschen ungeachtet ihrer Herkunft unterstreicht und Teil einer Rede Jesu über die enge Pforte und die Schwierigkeit des Eintritts in Gottes Reich ist, war das Wort für den letzten Sonntag im Januar und somit Grundlage für den Entpflichtungsgottesdienst von Pfarrer Andreas Nose nach 25-jähriger Dienstzeit in der Evangelischen Gemeinde Gonsenheim.

Zum letzten Mal in seiner Dienstzeit stand Pfarrer Andreas Nose auf der Kanzel. Foto: Elke Fauck

Noses Berufslaufbahn begann mit der Ordination in der Gemeinde Driedorf im Westerwald im August 1991, wo er drei Jahre lang blieb. Danach folgten sechs Jahre in Kloster Gnadenthal, wo er gemeinsam mit seiner Ehefrau, Pfarrerin Helga Nose, wirkte.

Am 1. Januar 2001 trat er die Pfarrstelle in Gonsenheim an.

Dass er sich zuletzt stark für den Umbau mit barrierefreiem Zugang zur Kirche engagierte, unterstreicht seine Offenheit für alle und sein Bestreben, jedem den Zugang zur Gemeinschaft zu ermöglichen. Auch seine langjährige Vorstandsarbeit im Stadtteiltreff beweist sein Engagement in der Integration. In Krisenzeiten des Vereins hat der Pfarrer für  so manche Geldspritze gesorgt.

Henriette Crüwell von der Propstei Rheinhessen und Nassauer Land überreichte als Abschiedsgeschenk eine Ente als Türstopper/Türoffenhalter. „Die Ente gesellt sich gerne zu Tieren unterschiedlicher Arten“, fügte die Pröpstin zur Bedeutung ihres Präsents hinzu.

Die Kollekte für diesen besonderen Gottesdienst war für den Stadtteiltreff bestimmt. Eine Herzenssache für den scheidenden Pfarrer.

Im Anschluss an den Gottesdienst gab es einen Empfang im Gemeindehaus. Auch dort kamen noch einige Laudatoren zu Wort. Dekan Andreas Klodt erinnert sich gerne an seine erste gemeinsame Probewanderung mit seinem Kollegen Andreas Nose auf dem Bonifatiusweg. Thorsten Geiß von der Katholischen Pfarrei St. Elisabeth Mainz und Budenheim bedankte sich für die gute Zusammenarbeit in der Ökumene.

Mit Herzkostümen und Gitarren verabschieden Mitarbeiter und Kirchenvorstand den leidenschaftlichen Gitarrenspieler. Foto: Elke Fauck

„Mit dem Ruhestand, so munkelt man, ist nun ein neuer Spielplan dran“, war die theatralische Einlage von Gonsemble, der Laienspielgruppe der Gemeinde.

Mitarbeitende und Kirchenvorstand ließen sich etwas ganz Besonderes einfallen. Was ist naheliegender bei der Verabschiedung eines 66-Jährigen, als Udo Jürgens‘ Klassiker „Mit 66 Jahren“ in einer eigenen Version darzubieten? „Einfach spitze, dass du da warst“,  in Herzkostümen und mit Gitarren ausgestattet, durften beim Abschied des leidenschaftlichen Gitarrenspielers nicht fehlen.

Zahlreiche Reden und ein kurzweiliges Programm, gestaltet von seinen Weggefährten, eine musikalische Umrahmung von der „Early Bird Family Band“ aus der Ukraine und kulinarische Häppchen erstreckten die Feier bis in die frühen Abendstunden.

Das offizielle Berufsleben von Pfarrer Andreas Nose ist zwar beendet, die eine oder andere Vertretungspredigt wird aber bestimmt von ihm noch zu hören sein.

 

Elke Fauck