HECHTSHEIM – Das große Unwetter am Abend des 12. September mit Starkregen und den daraus resultierenden Überschwemmungen im Hechtsheimer Ortskern beschäftigte nun auch den Ortsbeirat. Es habe an diesem Abend ungewöhnlich viel Regen und Schlamm gegeben, bekräftigte Michael Paulus vom Wirtschaftsbetrieb Mainz, der für den Kanal zuständig ist. In 30 Minuten habe es wesentlich mehr Niederschlag gegeben als der Kanal verkraftet, bestätigte Paulus. Explizit nannte er den Bereich rund um die Militärstraße. Viele herumliegende Äste hätten für zusätzliche Probleme gesorgt. „Wir hatten in Hechtsheim große Probleme mit dem Schlammabtrag“, so Paulus weiter. Aber er hatte auch eine gute Nachricht: 2024 sei ein Starkregenkonzept und eine Starkregenpräsentation für Hechtsheim vorgesehen. Ziel sei, das Wasser abzuleiten und bereits in den Grünflächen versickern zu lassen.
Das Starkregenkonzept werde 2024 im Ortsbeirat gesondert vorgestellt. Es sei vorgesehen, das Wasser, das nicht versickern kann, möglichst schadlos durch die Ortslage zu führen. Dazu gebe es auch eine Bürgerversammlung. Zusätzlich bot Paulus an, einen gesonderten Vortrag für die Landwirte abzuhalten. „Wir wollen präsent sein und für Fragen zur Verfügung stehen“, betonte der Fachmann gegenüber den Fraktionen.

Der Ortsbeirat hatte eine Reihe von Fragen und Anregungen. „Viele Kanäle waren zu“, bemerkte Birgit Zehe-Clauß (FDP). Besonders betroffen sei die Militärstraße gewesen. „Es waren große Äste davor.“ Der Flutgraben sei noch nie gereinigt worden, kritisierte Konrad Meier (CDU). „Es wurde seit 30 Jahren nichts gemacht.“ Jürgen Linde (Grüne) regte an, die finanziellen Ressourcen aus dem Klimaanpassungsgesetz für die Prävention zu nutzen. „Das Ziel muss sein, das Wasser schon in den Feldern versickern zu lassen“, bekräftigte Gerhard Wenderoth (Freie Wähler). Franz Jung (CDU) bemerkte, dass zumindest nicht die Hochwassermarke aus dem 18. Jahrhundert in der Grauelstraße erreicht wurde. „Damals war es noch höher.“ Die SPD stellte eine Anfrage an die Verwaltung, welche Inhalte das Starkregenkonzept hat, ob dieses überarbeitet wird und welche regelmäßigen Wartungsmaßnahmen an den Anlagen zur Abwasserentsorgung vorgenommen werden.
Michael Paulus bat die Bürgerinnen und Bürger, bei einem solchen Starkregenfall den auftretenden Schlamm nicht in die Gullys zu spritzen. „Das ist nicht die Lösung“, erklärte der Experte. „Wir haben dann richtig viel Arbeit und der Kanal wird auch nicht besser.“ Auf Nachfrage bestätigte Michael Paulus, dass ein solcher Starkregen mit den damit verbundenen Folgen auch künftig in Hechtsheim möglich sei. Paulus: „Wir müssen für den nächsten Fall besser vorbereitet sein.“
Autor: Oliver Gehrig