BRETZENHEIM – Die Stele am Standort der ehemaligen Bretzenheimer Synagoge an der Ecke Wilhelmsstraße und An der Oberpforte befindet sich in sehr schlechtem Zustand. Die Folie löst sich ab, der Text ist daher nicht mehr gut zu lesen. Einstimmig verabschiedete der Ortsbeirat in seiner jüngsten Sitzung einen gemeinsamen Antrag von CDU und FDP, die Stele bis zum Gedenktag im November in einen ansehnlichen Zustand zu versetzen, der einem Gedenkort würdig ist. „Die Stele ist ein wichtiger historischer Gedenkort, der gerade aufgrund der zunehmenden antisemitischen Haltung in Teilen der Bevölkerung von herausragender Bedeutung für die Vermittlung historischer Zusammenhänge ist“, erläuterte Manfred Lippold (CDU) den Hintergrund. „Antisemitische Haltungen sind leider wieder auf dem Vormarsch“, bekräftigte Fabian Ehmann (Grüne). „Wir wollen ein deutliches Zeichen gegen Rechts setzen“, betonte Uwe Marschalek (FDP). „Wir sollten klar unsere Meinung sagen“, so Ortsvorsteherin Claudia Siebner (CDU).
In einem gemeinsamen Antrag von Grünen und SPD wünscht sich der Ortsbeirat die Errichtung einer Grillhütte in Bretzenheim. „In der Corona-Zeit sind viele zu Hause geblieben, die keinen eigenen Garten haben“, begründete Fabian Ehmann (Grüne) die Notwendigkeit. „Andere Stadtteile haben eine eigene Grillhütte.“ Manfred Lippold (CDU) signalisierte Zustimmung, gab aber zu bedenken, dass an der Alten Ziegelei Grillmöglichkeiten bestehen. „Grillen gehört zur Geselligkeit“, bekräftigte Uwe Marschalek (FDP). Anderer Meinung war Dr. Peter Schenk (ÖDP). „Das ist nicht sehrumweltfreundlich, es wird genug gegrillt“, meinte er. Der Antrag wurde bei Enthaltung der ÖDP einstimmig auf den Weg gebracht.
Rechtzeitig vor Beginn der Starkregenzeit sollen nach einem Antrag von CDU und FDP die Sinkkästen („Gullys“) gereinigt werden. Viele seien in einem kritischen Zustand, so die Fraktionen.
Die fehlende Beleuchtung am Roten Weg von der Kita St. Bernhard bis zum Sattlerweg 122 wird erst 2022 realisiert werden, teilte Baudezernentin Marianne Grosse (SPD) mit. Die Kosten betragen rund 98.000 Euro. Der Ortsbeirat bedauerte die erneute Verzögerung. „Das ist sehr schade, denn das ist ein Überbleibsel aus der vergangenen Legislaturperiode“, kritisierte Ortsvorsteherin Siebner.