BODENHEIM – Geschichte wurde wach! Die Volkshochschule Bodenheim (VHS) lud zur Feier ein – und viele Gründer kamen. 50 Jahre Volkshochschule Bodenheim.
1973 als Volksbildungswerk gestartet, bietet die heutige VHS einen bunten Strauß an Angeboten. Das Kursprogramm in den letzten 50 Jahren gestaltete sich so bunt und abwechslungsreich, wie man sich das für eine Einrichtung der Erwachsenenbildung vorstellt.: diverse Sprachkurse, Yoga, Fotografie, Tanzen, Internet, Vorträge, Pilates, Klavier, Flöte, Wirbelsäulengymnastik, Reisen, Lesungen und vieles mehr.
Aber auch durch die finanzielle Förderung von Bund, Land und des Kreises entstanden Bildungsangebote im Bereich Deutsch-als Fremdsprache für Erwachsene und Kinder, berufsqualifizierende Maßnahmen und Weiterbildungsseminare für Erzieherinnen.
Von Bildung und Weiterbildung spricht gerne jeder. Viele wissen, wie wichtig dies ist für den Erhalt der Demokratie und des Friedens. Es gibt Gesetze und Regeln, die dieses Gut schützen. Aber das Wichtigste sind die Menschen, die dieses Gut leben, entwickeln und stabilisieren. Ohne diese engagierten Menschen würde es nicht funktionieren.
1973 – daran erinnerte sich vor allem eines der Gründungsmitglieder Werner Breuder. „Wir hatten Karteikarten auf den alles vermerkt wurde. Diese mussten 1 x im Jahr zur Kreisvolkshochschule zur Kontrolle gebracht werden. Heute ist das ja ein Kinderspiel mit einem Computerprogramm!“
Petra Strehle als Leiterin der Kreisvolkshochschule in Ingelheim eröffnete den Abend mit ihrer Begrüßung und führte dann schnell in eine Talkrunde über. Diese bestand aus alten und aktuellen Leitungskräften, aus zwei Kursleiterinnen sowie Gründern. Ute Friedrich als Direktorin der Landesvolkshochschule Rheinland-Pfalz moderierte die Runde.
Rückblickend wurde festgestellt, dass sich so viel nicht geändert hat. Menschen kommen mit einem Themenvorschlag zur Leitung, diese prüft, regelt die Rahmenbedingungen und organisiert einen Kursleiter. Die Werbung ist nun moderner. Damals wurden im Siebdruck Plakate gedruckt und im Ort aufgehängt. Damals schon gab es ein „Kursbuch“ mit allen Angeboten.
Finanziell ist die VHS immer noch auf die Unterstützung der Ortsgemeinden angewiesen. Der damaligen Ortsbürgermeister wie auch die aktuelle Ortspitze stellten Räume kostenfrei zur Verfügung – z.B. im Haus Friesenecker.
Dennoch sind auch Zuschüsse notwendig.
Die Finanzierung der Kurse und somit auch der Kursleitungen war nicht immer einfach. Sollten doch die Gebühren für jeden erschwinglich sein, mussten die Kursleitungen dennoch eine Entlohnung bekommen – von Aufwandsentschädigung redete damals keiner. Als Beispiel wurde eine Kinovorstellung angebracht – Eintritt 1 DM (wie jemand aus der Talkrunde schmunzelnd meinte: Ja die gab es auch mal).
Die Wünsche aus der Talkrunde für die VHS waren sehr unterschiedlich. „VHS von Menschen – für Menschen!“ brachte es auf den Punkt. Klar, auch eine auskömmliche Finanzierung wurde gewünscht wie auch weitere Kursleiter.
Aber der Wunsch, dass für alle Menschen ein Besuch der VHS möglich sein soll, wurde als Schlusswort festgehalten.
Wolf-Ingo Heers