Start Gesellschaft „Wunder gibt es immer wieder“

„Wunder gibt es immer wieder“

NEUSTADT – Bei der Einweihung der Teilrekonstruktion des Kaisertores am Rheinufer zitierte Erika Friderichs die Schlagerzeile: „Wunder gibt es immer wieder.“ An ein solches, so die Vorsitzende des Mainzer Denkmal-Netzwerkes, erinnern sie die Umstände, die zum Wiederaufbau des einstigen Eingangstores in die Kurfürstliche Stadt Mainz geführt haben. Das Tor gehörte einst zu der vom Baumeister Eduard Kreyßig konstruierten Rheinkehlbefestigung.
Nach fünf sanierten Toren wollte das Denkmal-Netzwerk verstärkt die Sanierung des Schlosses konzentrieren. „Sich des Kaisertores anzunehmen, erschien uns zu teuer.“ Doch es kam anders. Im Anschluss an einen Vortrag, bei dem sie aus Versehen eine Aufnahme des Kaisertores platziert habe, sei ein Zuhörer auf sie zugekommen, der sich nach den Kosten für die Renovierung just eben jenes Stadttores erkundigt habe. „Wir unterhielten uns und einige Tage später bin ich mit der Spendenzusage von 200.000 Euro bei Dezernentin Marianne Grosse, vorstellig gewesen“, die „sich sehr für das Projekt eingesetzt“ habe, referierte Friderichs.
Entsprechend hochgestimmt haben Grosse und Friderichs nun das einstmals 40 Meter lange Kaisertor der Öffentlichkeit übergeben. „Wir sind froh, glücklich und stolz.“ Große wiederum dankte dem Netzwerk für das bürgerliche Engagement.
Beim Kaisertor können die Mainzer und Touristen die beiden Seitenflügel des Tores im neuen alten Glanz bewundert werden. Das Mittelstück, das mit einem von zwei Putten gehaltenen Wappenschild mit preußischem Adler geschmückt war, rissen die Amerikaner 1946 für den besseren Zugang zu ihrer Behelfsbrücke ab. Dass es gegenwärtig Überlegungen zu einer wie auch immer gearteten Wiederherstellung des mittleren Parts gebe, deuteten der Architekt, Franz Kurz und die Sprecherin de Denkmal-Netzwerkes an, ohne die Details verraten zu wollen.
Wie Kurz ausführte, handele es sich beim Projekt Kaisertor seiner Ansicht nach „um eine Ergänzung „des ehemals schönsten Stadttores, nicht um eine Rekonstruktion“. Gleichwohl stammen die Materialien, die verwendet worden seien fast alle aus den Originalsteinbrüchen.
Die bisherige Sanierung der sechs der Mainzer Tore hat rund 980.000 Euro gekostet. Knapp 590.000 Euro an Spenden konnte das Denkmal-Netzwerk durch Spenden zur Verfügung stellen. Die Differenz hat die Stadt übernommen.

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Ich schreibe und fotografiere seit 2013 für Journal LOKAL - die lokale Zeitung. Die Begeisterung für die Lokalmedien entdeckte ich während des Studiums der katholischen Theologie und habe seit 2007 für Lokalzeitungen, öffentliche Einrichtungen und Online-Medien gearbeitet. Mich fasziniert der wunderbare Alltag. Unterwegs bin ich für Themen in Rheinhessen rund um Mainz.