
ALTSTADT – Für das Ensemble Vocale Mainz hat das Jahr 2026 vielversprechend begonnen. Ein lang gehegter Wunsch geht in Erfüllung: Der Mainzer Kammerchor erhält eine eigene Truhenorgel. Möglich wurde dieses Vorhaben durch eine Crowdfunding-Aktion der Volksbank Darmstadt-Mainz und durch zahlreiche private Unterstützerinnen und Unterstützer. Die große Resonanz zeige, so das Ensemble, wie stark das Ensemble in der Region verwurzelt sei. Jede Spende habe dazu beigetragen, das Ziel zu erreichen, und verdient ausdrückliche Anerkennung.
Die Truhenorgel befindet sich derzeit noch im Bau. Dennoch wirft ein besonderer Moment bereits seine Schatten voraus. Innerhalb eines festlichen Gottesdienstes wird das Instrument feierlich geweiht. Aus Dankbarkeit gestaltet das Ensemble Vocale Mainz diesen Anlass musikalisch. Am Sonntag, 21. Juni, um 18 Uhr erklingen in der Kirche St. Bonifaz in der Neustadt Teile der Kleinen Orgel-Solo-Messe von Joseph Haydn. Die Sopranpartie übernimmt Jasmin Maria Ziegler, die musikalische Leitung liegt bei Johannes Herres, dem musikalischen Leiter des Ensembles.
Noch bevor die neue Orgel ihren festen Platz im musikalischen Alltag findet, richtet sich der Blick auf ein weiteres Ereignis im Frühjahr. Bereits im März lädt das Ensemble zu einer Soiree ein, die Musikliebhaber im Kalender vormerken sollten. Unter dem Titel „Consolation – Trost“ erklingt am Freitag, 27. März, um 19 Uhr dreißig in der Steinhalle des Landesmuseums Mainz ein Programm, das sich der tröstenden Kraft der Musik widmet.
Das Repertoire spannt einen Bogen vom 16. bis ins 21. Jahrhundert. Werke von Giovanni Pierluigi da Palestrina, Johann Sebastian Bach, Max Reger, Maurice Duruflé, Pierre Villette und Christopher Tin prägen den Abend. Am Klavier ist Andrea Jantzen zu hören mit Kompositionen von Franz Liszt, Gabriel Fauré und Felix Mendelssohn Bartholdy. Die Leitung des Abends übernimmt ebenfalls Herres.
Namensgebend für das Programm sind Franz Liszts Klavierstücke „Consolation“. Der Komponist stellte seinem Zyklus ein Gedicht von Alphonse de Lamartine voran, das Trost als stille, innere Bewegung beschreibt. Diese Idee zieht sich wie ein roter Faden durch den Abend. Vor allem geistliche Werke prägen das Programm. Johann Sebastian Bach erinnert daran, dass Singen und Beten Wege aus der Schwere weisen können. In Kompositionen wie „Wer nur den lieben Gott lässt walten“ wird Traurigkeit nicht verdrängt, sondern verwandelt. Auch Werke wie Pierre Villettes „Notre Père d’Aix“ oder Gabriel Faurés „Cantique de Jean Racine“ lassen die Zeit für Augenblicke stillstehen. Passend zur Passionszeit entsteht Raum für Besinnung, Sorgen treten zurück, Trost wird spürbar.
In einer Zeit politischer Krisen, von Kriegen und gesellschaftlichen Herausforderungen, will das Ensemble der Suche nach Trost einen Ausdruck verleihen. So klingt am Ende die Bitte um Frieden nach, wie sie Felix Mendelssohn Bartholdy formulierte, und verbindet sich mit Christopher Tins musikalischem Gedanken von Hoffnung.
Der Eintritt zur Soiree ist frei. Um Spenden wird gebeten.
red

























