
BUDENHEIM – In Budenheim steht die Wahl eines neuen hauptamtlichen Bürgermeisters bevor. Bislang haben drei Kandidaten ihre Bewerbung öffentlich gemacht. Der amtierende Bürgermeister Stephan Hinz tritt für die Christlich Demokratische Union an. Für die Sozialdemokratische Partei Deutschlands kandidiert Marcel Wabra. Die Freie Demokratische Partei will Annett Fritzlar vertreten.
Über die formale Zulassung der Wahlvorschläge entscheidet der Wahlausschuss der Gemeinde in öffentlicher Sitzung nach Redaktionsschluss. Weitere Bewerbungen sind bis dahin rechtlich möglich, gelten derzeit jedoch als wenig wahrscheinlich.
Die Wahl fällt in eine Phase, in der sich unterschiedliche zum Teil ungelöste Sachfragen bündeln. Nicht wenig läuft in Budenheim gut. An der Stelle sollen nur die Herausforderungen skizziert werden. Besonders das Thema Verkehr sorgt seit Langem für Unmut. In Leserbriefen, sozialen Netzwerken und direkten Bürgeranfragen wird kritisiert, dass beschlossene Maßnahmen über Monate nicht umgesetzt wurden. Genannt werden fehlende Fahrbahnmarkierungen in der Julius-Leber-Straße und der Mainzer Landstraße.
Hinzu kommen problematische Parksituationen an der Aussicht in der Unteren Stefanstraße. Zudem beklagen Anwohner zu schnelles Fahren, ein hohes Lastkraftwagenaufkommen sowie die seit Anfang andauernde Sperrung des Radweges unterhalb des Baugebietes Wäldchenloch. Die Umleitung gilt als unzureichend. Häufig wird zudem eine ausbleibende Rückmeldung aus dem Rathaus bemängelt.
Eng damit verbunden ist die Finanzlage der Gemeinde. Der Haushalt für das Jahr 2026 ist bislang weder beraten noch beschlossen. In Stellungnahmen der Verwaltung ist von einer sehr angespannten Haushaltslage für die Folgejahre die Rede. Gleichzeitig stehen kostenintensive Projekte im Raum. Für grundlegende Planungen, etwa ein Verkehrskonzept, fehlen offenbar die Mittel. Die Frage nach Prioritäten und Transparenz dürfte den Wahlkampf prägen.
Auch die Jugendarbeit rückt stärker in den Fokus. Berichte über Vandalismus, Konflikte im öffentlichen Raum und einzelne gewalttätige Vorfälle haben die Debatte zuletzt verschärft. Kritisch wird gefragt, welche präventiven Angebote Jugendlichen gemacht werden sollen, statt überwiegend ordnungspolitisch zu reagieren.
Weitere Themen betreffen die Digitalisierung der Verwaltung, die von vielen Bürgern als unzureichend wahrgenommen wird. Zudem wird die Erreichbarkeit des Rathauses diskutiert, das derzeit nur nach vorheriger Terminvereinbarung zugänglich ist. Auch illegale Müllablagerungen, die Zukunft des Rheinufers, die Stärkung des Ehrenamtes sowie seniorenspezifische Fragen spielen eine Rolle.
Die Bürgermeisterwahl kann sich zu einer Richtungsentscheidung für Budenheim entwickeln. Sie entscheidet darüber, wie konsequent bestehende Probleme angegangen werden, wie Prioritäten gesetzt werden und wie die künftige Rathausspitze den Dialog mit der Bürgerschaft gestaltet. Gewählt wird am 8. März. Sollte es zu einer Stichwahl kommen, ist dafür Sonntag, 22. März, vorgesehen.























