BRETZENHEIM – Sie Schnattern und Watscheln, dass es eine wahre Freude ist. Die Bretzenummer Schnattergänsjer sind ein Glanzlicht der Bretzenheimer Fastnacht. Das machte die famose 11. Sitzung in der ausverkauften TSG-Halle deutlich, zu der die Gänsjer sowie befreundete Vögel aus Nah und Fern hingewatschelt kamen.

„Die Schnattergänsjer stehen bereit, / es ist wieder vierfarbbunte Narrenzeit“, sagte die bestens aufgelegte Sitzungspräsidentin Anna Kusche-Schlömer zu Beginn. Nach dem Einzug des Komitees, das vom Musikzug der Jakobiner begleitet wurde, sang der Chor der Schnattergänsjer seine Hymne „Singt und lacht mit de Gänsjer“. Mit dabei war auch das neue Maskottchen, Schnattergans Gisela. „Schön, dass du uns jetzt bei jedem Watschelgang begleitest“, lobte Kusche-Schlömer.

Zum zweiten Mal als Protokollerin in der Bütt stand Marie-Luise Reitz-Töller. „Es gab viel Neues in Bretzenheim“, verkündete sie und erwähnte den Trinkwasserbrunnen, die neuen Babbelbänke, die Bretzenheimer Sommerstraße und die Bretzenheim-APP. In punkto Landtagswahl bemerkte sie: „Geht doch bitte alle Wählen!“ Als lebende Baustelle verkündete Tanja Freber: „Früher konnten die Kleidcher nit eng genug soi, / heut’ pass ich grad noch in e Zwei-Mann-Zelt enoi.“ Der „Novize in der Ausbildung“ Max Bohland berichtete von der Weinlese im Kloster, bevor er dem Auditorium seinen närrischen Segen erteilte. Als Biene Maya und Willi erschienen Sybille Endres und Ortsvorsteher Manfred Lippold: Das waren zwei dicke Brummer im Zwiegespräch. „Bräutigam“ Boris Feldmann berichtete von seiner Hochzeit: Auf dem Papier ist er 39, laut Sehtest 70. Den Tratsch vom Wochenmarkt brachten drei Gänsjer näher. Sie wünschen sich eine „Worschtbud“ statt Blumenkübel sowie eine Spundekäs-Zapfsäule und einen Kreppel-Automat.

Der Abräumer unter den Vorträgen war die Mainzer Amazone Katharina Hammann, die in Hamburg lebt und den Hansestädtern die Mainzer Lebensfreude der Schnattergänsjer näher bringen will: „Bei uns gibt es keinen Mann, weil bei uns man nur ohne Glied Mitglied werden kann.“ Ihr Fazit: „Bei Hamburger Narren wurde das Humorzentrum durch Steifheit zertrümmert.“ Und weiter: „Die Hamburger sind, das ist relevant, / wahrscheinlich mit Wiesbad’nern verwandt!“ Für diesen vergnüglichen Vortrag gab es viel Beifall im Stehen.

Freunde der getanzten Fastnacht kamen besonders auf ihre Kosten. Eine tolle Show lieferten die „Watschelz“, die als Putzfrauen zu „It’s raining Men“ und „Mr. Vain“ über die Bühne wirbelten – inklusive Kostümwechsel und glitzernder Mega-Schrubber. Beim Männerballett „Body in Motion“ des CKV tanzten Engel und Teufel zu „Der Himmel brennt“ von Wolfgang Petry. Das Budenheimer Männerballett präsentierte fünf Wikinger und sechs Iren in schönen Kostümen. Die Klinik-Athleten zeigten zu „Black Betty“ eine Bikershow mit menschlichen Pyramiden. Mit Chat GPT ging das CKV-Ballett ins Weltall zu „Völlig losgelöst“. Spitzenklasse war das Ballett „Upthrust“ vom TV 1848 Gimbsheim, das mit einem spektakulären Showtanz ins Reich der Ratten entführte. Fetzige Techno-Musik, glitzernde grüne Kostüme, schöne Hebefiguren sowie akrobatische Sprünge und Flüge: Hier stimmte alles.

Auch musikalisch wurde einiges geboten. Viel Stimmung machte „Wandersmann“ Dieter Meisenzahl mit „Ramba, zamba, olé“. Eine Polonaise bildete sich zu „Mer dappe in de Dom“. Stimmungssängerin Nadine Meurer verkündete „Ich bin stolz aus Meenz zu soi“. Ihren Ohrwurm „Ich ess’ so gern’ Tomate’mark“ hatten die Meenzer Zibbelkappe im Gepäck. Nach den Rotrockkehlchen mit „Meenz am Rhoi“ führte Christian Issel mit „Meenz bleibt Meenz“ ins stimmungsvolle Finale.

Wer nicht genug von den Schnattergänsjer bekommen kann: Sie sind auch beim Bretzenheimer Umzug am Fastnachtssonntag sowie beim Mainzer Rosenmontagszug jeweils mit ihrer eigenen Zugnummer zu bewundern.
Oliver Gehrig

























