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Volksverhetzung oder nur Verschmutzungen? Ehrenmal >>>Beschädigtes Kriegerdenkmal sorgte für lange Diskussionen im Ortsbeirat

Das Kriegerdenkmal steht am Volkstrauertag im Mittelpunkt. Archivfoto: Mandy Kramer

GONSENHEIM – Mit üblen beleidigenden Parolen beschmiert war das Kriegerdenkmal in der Breite Straße in der Weihnachtszeit. Inzwischen wurden die Schmierereien von der Stadt zwar entfernt, aber die Situation am Kriegerdenkmal sorgte dennoch für lange Diskussionen im Ortsbeirat. Die CDU-Fraktion hatte zur jüngsten Sitzung einen Antrag an die Verwaltung gestellt, die Anlage mit einer Schutzlösung behandeln zu lassen, um eventuelle weitere Schmierereien leichter entfernen lassen zu können.

„Das Mahnmal ist schon gereinigt worden“, informierte Ortsvorsteher Josef Aron (Grüne) die Fraktionen. Die Gebäudewirtschaft Mainz (GWM) habe dazu eine Fachfirma fest unter Vertrag. Der Stein sei nach städtischer Information sehr gut zu reinigen, ein spezieller Schutz sei nicht notwendig, so Aron.

Die Reinigung habe relativ lange gedauert, kritisierte Torsten Rohe (CDU). „Wir verurteilen zutiefst  die Beschädigungen und Verschmutzungen.“ Es handele sich um Linksextremismus mit beleidigenden Worten gegenüber dem Gedenken an die Toten. „Es geht um Menschen, die im Krieg gestorben sind und um Opfer des Nationalsozialismus“, so Rohe weiter. Eine spezielle Schutzlösung für das Denkmal sei daher trotzdem sinnvoll. Ein Denkmal sei besonders zu behandeln, bekräftigte Manuela Müller-Horn (CDU). „Wir sollten dem mehr Aufmerksamkeit widmen.“ Laub liege dort weiter herum, die Bepflanzung sei ungenügend und es fehlten auch Sitzbänke. „Wir verurteilen das“, bekräftigte Nikolai Groben (FDP). „Es geht auch um eine Symbolik.“

Anderer Meinung war die SPD. „Die Fachabteilung der Stadt kam zu dem Ergebnis, dass eine Schutzlösung nicht notwendig ist“, betonte Markus Alp (SPD). „Es wurde gereinigt und die Farbe ist gut entfernbar“, bekräftigte Christin Fernholz (Grüne). „Wir verurteilen diese Sachbeschädigung.“

„Es steckt mehr dahinter“, entgegnete Mathias Huber (CDU). „Das ist Volksverhetzung.“ Nikolai Groben (FDP) stellte den Änderungsantrag, mit einer Neugestaltung des Platzes die Aufenthaltsqualität zu erhöhen. Diane Cremille (Grüne) sah diesen Änderungsantrag als „zu kurzfristig“ an. Der Antrag von CDU und FDP wurde mit acht Ja-Stimmen bei Enthaltungen der Grünen und der SPD auf den Weg gebracht.

Oliver Gehrig