Start Politik Junge Stimmen für Nackenheim Beteiligung >>> Die Jugend ergreift das Wort nicht...

Junge Stimmen für Nackenheim Beteiligung >>> Die Jugend ergreift das Wort nicht nur von der Schulbank aus

Julius Stahl (16 Jahre alt, rechts im Bild) wurde zum Vorsitzenden der Jugendvertretung gewählt. Jakob Pfersdorf (15, links im Bild) übernimmt das Amt des stellvertretenden Vorsitzenden, in der Mitte steht Ortsbürgermeister von Nackenheim René Adler (FWG). Foto: Gemeinde Nackenheim

NACKENHEIM – In Nackenheim mischt sich die Jugend ein. Die Jugendvertretung will mitreden, mitgestalten und gehört werden. Welche Themen treiben junge Menschen vor Ort um? Wie gelingt der Dialog mit Gemeinderat und Verwaltung? Ein Gespräch über Ideen, Hürden und konkrete Projekte.

Bei der konstituierenden Sitzung wählten die Jugendlichen Julius Stahl (16 Jahre alt) zum Vorsitzenden und Jakob Pfersdorf (15) zum stellvertretenden Vorsitzenden. Hier ein Interview mit den gewählten Vertretern, die ihre Antworten abgestimmt und als Jugendvertretung eingereicht haben.

Journal LOKAL: Was hat euch motiviert, in der neu gegründeten Jugendvertretung mitzumachen – und warum euch gerade für den Vorsitz bzw. die Stellvertretung zu bewerben?

Jugendvertretung: Da wir beide uns in den Schülervertretungen unserer Schulen engagieren und auch anderweitig sozial aktiv sind haben wir in der Jugendvertretung eine neue Aufgabe gesehen, die uns sehr angesprochen hat. In den Rollen der Vorsitzenden wollen wir alle Stimmen der Nackenheimer Jugend hören und uns für sie einsetzen.

Journal LOKAL: Was habt ihr an Themen und Ideen vorgefunden und welche Themen in Nackenheim brennen Kindern und Jugendlichen eurer Meinung nach derzeit am meisten unter den Nägeln?

Jugendvertretung: Die Frage können wir eigentlich noch nicht beantworten, da wir ja gerade erst ins Amt gekommen sind und erstmal unsere ersten Treffen machen müssen. Um ein genaueres Bild zu bekommen.

Journal LOKAL: Wie wollt ihr dafür sorgen, dass ihr nicht nur eine kleine, politisch ohnehin interessierte Gruppe vertretet, sondern wirklich die breite Jugend im Ort?

Jugendvertretung: Durch ein entspanntes Umfeld, in dem wir Jugendlichen für uns sind, wollen wir das Vertrauen und die Offenheit der Jugend fördern. Mit unserem neu erstellten Instagram Account haben wir eine erweiterte Internetpräsenz durch die wir Jugendliche ansprechen wollen.

Journal LOKAL: Die Jugendvertretung ist als offenes Gremium angelegt: Wie können Jugendliche konkret mitmachen – und was erwartet sie dort?

Jugendvertretung: Jugendliche können immer gerne zu unseren regelmäßigen Treffen kommen und sich einschreiben lassen. Sie können uns auch gerne per Instagram oder E-Mail (jugendvertretung@nackenheim.de) anschreiben. Wir hoffen, dass wir uns eine eigene Website erstellen können über die Jugendliche Termine für Treffen einsehen und sich dann auch hoffentlich als Mitglied anmelden können. Sollten Jugendliche Interesse haben erwartet sie ein offenes Ohr für Ideen, Kritik und vieles weiteres.

Journal LOKAL: Habt ihr bereits erste Projektideen oder Vorhaben, die ihr in den nächsten Monaten anstoßen wollt – etwa für Freizeit, Verkehr, Klimaschutz oder Schule?

Jugendvertretung: In der nächsten Zeit wollen wir als Jugendvertretung uns einrichten und organisieren um eine gute Basis zu haben mit der wir uns voll unseren Aufgaben und den Jugendlichen widmen können.

Journal LOKAL: Wie stellt ihr euch die Zusammenarbeit mit Ortsbürgermeister, Gemeinderat und dem Sozial-, Jugend- und Sportausschuss praktisch vor?

Jugendvertretung: Wir freuen uns auf eine produktive Zusammenarbeit mit allen Personen und Gremien und hoffen, dass wir unsere Anliegen möglichst durch direkte Ansprechpartner an die zuständigen Stellen bringen können.

Journal LOKAL: Ihr könnt die Gemeinde beraten und Stellungnahmen abgeben: In welchen Bereichen wollt ihr auf jeden Fall mitreden, bevor Entscheidungen fallen?

Jugendvertretung: Insofern wir die Möglichkeit bekommen wollen wir in allen Bereichen die Jugendliche in Nackenheim betreffen die Meinung der Jugendvertretung einbringen.

Journal LOKAL: Wie wollt ihr andere Jugendliche über eure Arbeit informieren – setzt ihr eher auf Social Media, Schulwege oder persönliche Treffen?

Jugendvertretung: Wie schon erwähnt wollen wir unsere Medienpräsenz durch Instagram und eine eigene Website fördern. Des Weiteren hoffen wir auf eine enge Zusammenarbeit mit der Schülervertretung des Gymnasiums in Nackenheim.

Journal LOKAL: Wo seht ihr die größten Hürden: eher beim Zeitaufwand neben Schule und Hobbys, bei der Bürokratie – oder bei der Akzeptanz eurer Vorschläge in der „Erwachsenenpolitik“?

Jugendvertretung: Die größte beziehungsweise primäre Hürde sehen wir darin die Jugend richtig zu informieren und langfristig zu motivieren bei uns mitzumachen.

Journal LOKAL: Wenn ihr in zwei oder drei Jahren zurückblickt: Woran würdet ihr festmachen, dass die Jugendvertretung in Nackenheim ein Erfolg gewesen ist?

Jugendvertretung: Wir würden erkennen, dass die Jugendvertretung ein Erfolg ist, wenn wir eine große Truppe sind, die eng mit erwachsenen Politikern zusammenarbeitet und eigene Projekte ins Leben gerufen hat.

Journal LOKAL: Vielen Dank für das Gespräch.

Die Fragen stellte Gregor Starosczyk-Gerlach