MAINZ/WORMS – Auf den ersten Blick war die Vertreterversammlung der Volksbank Alzey-Worms mit Niederlassung VR-Bank Mainz „Business as usual“: Es wurde von einem guten Jahresabschluss berichtet, der einstimmig genehmigt wurde, die tadellose Arbeit von Vorstand und Aufsichtsrat spiegelte sich in ebenfalls einstimmiger Entlastung wider und der Prüfungsbericht des Verbandes bescheinigte der Bank mit dem „uneingeschränkten Bestätigungsvermerk“, eine einwandfreie Geschäftsführung, teilt die Bank mit.
Trotzdem war die diesjährige Veranstaltung in mehrfacher Hinsicht sehr besonders und von zwei dominierenden Faktoren geprägt, die an dem Abend eine wichtige Rolle spielten: Zum einen sind da nämlich die Menschen, welche ihre Bank tragen. Vorstandssprecher Tobias Schmitz brachte dies in seinem Jahresbericht mit eindringlichen Worten auf den Punkt: „Egal, welche Herausforderungen unsere Gesellschaft ausgesetzt war und ist, Genossenschaftsbanken sind ein echter Stabilitätsanker, denn sie sind von innen heraus stark – durch großartige Partner, umfassende Netzwerke, eine symbiotische Verbindung zur jeweiligen Region, durch tüchtige Mitarbeiter und natürlich durch Sie alle, unsere Mitglieder und Kunden.“
Zum anderen verbindet alle diese Menschen ein zentraler Aspekt, der genossenschaftliches Agieren erst möglich macht: Vertrauen. Entsprechend waren sich alle Redner des Abends hierin völlig einig: Die Volksbank ist ein Ort, an dem man einander vertraut. „Und das“, so der Wormser Oberbürgermeister Adolf Kessel in seinem Grußwort, „zahlt sich aus. Die Bank genießt einen hervorragenden Ruf und fördert Stabilität in unsicheren Zeiten.“
Motto „Gemeinsam Ziele verwirklichen“
Dabei zog sich auch das Motto der Volksbank „Gemeinsam Ziele verWIRklichen“ durch den gesamten Abend, und einmal mehr hat sie im Geschäftsjahr 2025 bewiesen, dass sie dieses Motto nicht als Floskel versteht, sondern täglich mit Leben erfüllt. Das zeigte sich unter anderem in den Zahlen des Jahresabschlusses, welche Sabine Hermsdorf und Franz Josef Thümes in kompakter Form präsentierten.
So hat sich die Bilanzsumme im Geschäftsjahr 2025 um rund 1,3 Prozent auf 5,3 Milliarden Euro erhöht. Sowohl das Kundenkreditgeschäft als auch das Kundeneinlagengeschäft ist mit 1.1 beziehungsweise 1,2 Prozent moderat gewachsen. Vor dem Hintergrund der angespannten Wirtschaftslage, unter der besonders die Unternehmen leiden, ist man damit sehr zufrieden – zumal Sabine Hermsdorf verkünden durfte, dass erstmalig in der Geschichte der Bank im Hinblick auf das insgesamt betreute Kundengeschäftsvolumen die 11-Milliarden-Grenze übertroffen wurde. Hierbei hob sie das wiederum starke Wertpapiergeschäft mit dem Verbundpartner Union Investment, so wie die generell hervorragende Kooperation mit den Partnern der genossenschaftlichen Finanzgruppe hervor.
Darüber hinaus informierte Sabine Hermsdorf auch über das gute Geschäft des Tochterunternehmens Volksbank Immobilien GmbH Alzey-Worms, welches sich nicht nur durch die eigentliche Immobilienvermittlung auszeichnet, sondern auch das Kundenkreditgeschäft der Bank tatkräftig unterstützt. Resultierend aus diesen Ausführungen berichtete Franz-Josef Thümes von einem guten, um 1,8 Millionen Euro auf 87,7 Millionen Euro gestiegenen Zinsergebnis. Das Provisionsergebnis hat sich überdies aufgrund der sehr intensiven Zusammenarbeit mit den Mitgliedern und Kunden im Wertpapiergeschäft und im Zahlungsverkehr mit einem Plus von 1,2 Millionen Euro auf 32,7 Millionen Euro erhöht.
Unter Berücksichtigung des Bewertungsergebnisses, in dem wiederum auch Reserven für die Zukunft gelegt sind, wird ein Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit in Höhe von 40,8 Millionen Euro erreicht, das sich gegenüber dem Vorjahr um 3,2 Millionen Euro oder 8,50 Prozent erneut sehr positiv entwickelt hat. Die gegenüber dem Vorjahr verbesserte Cost-Income-Ratio (CIR) mit 60,66 Prozent dokumentiert nach wie vor eine gute Effizienz der Bank.
Mit diesem Ergebnis kann das wichtige Eigenkapital umfangreich gestärkt werden. Damit wird das erwartete Wachstum in der Zukunft ermöglicht. Mit einer Kernkapitalquote von 16,5 Prozent werden die Anforderungen mit einem sehr soliden Abstand übertroffen.
Nach den Ausführungen des Vorstands genehmigte die Vertreterversammlung einstimmig den Jahresabschluss 2025 und beschloss für die Mitglieder eine attraktive Dividende von 4,65 Prozent (3 Prozent Basisdividende plus 1,65 Prozent Jubiläumsbonus).
Rückblick auf das 165-jährige Jubiläum der Bank
Weiterhin berichteten die Bankverantwortlichen auch zu den umfangreichen Aktivitäten rund um die Bank abseits der eigentlichen Geschäftstätigkeit. So warf Tobias Schmitz einen Blick zurück auf das 165-jährige Jubiläum der Bank und den Festakt in der Mainzer MEWA-Arena mit Ehrengästen wie Daniela Schmitt und Jürgen Klopp. Außerdem stellte er die konkretisierten Pläne im Hinblick auf Renovierung und Neubau des Alzeyer Bankgebäudes vor. Zu einem weiteren Höhepunkt des Abends kam es in diesem Zusammenhang durch die Überreichung der Baugenehmigung durch Landrat Heiko Sippel. Dieser bettete dabei in seiner kleinen Ansprache die gute Entwicklung der Bank in die Erfolgsgeschichte der prosperierenden Region ihres Geschäftsgebietes – Rheinhessen und Nordpfalz – ein.
Die Investitionen der Volksbank bezeichnete er dabei als „Statement für die Region“. Wichtig war ihm hierbei zu betonen: „Es geht dabei gar nicht allein um Alzey. Alles, was regional geschaffen wird, dient Ihnen allen.“ Tobias Schmitz sprach nachfolgend der Stadt und dem Landkreis ein großes Lob für die schnelle Bearbeitung aus, bei der alle Räder sehr gut ineinandergegriffen hätten. Aus Alzey stammt auch der Generalbevollmächtigte der Bank, Christoph Bach, der ab 1. Juli dieses Jahres das Vorstandsteam ergänzen wird. Er stellte sich der Versammlung vor. Weitere Veränderungen gab es im Aufsichtsrat der Bank.
Zunächst wurden mit Steffan Raddeck und Marc Radmacher einstimmig zwei neue Aufsichtsratsmitglieder gewählt. Nötig wurde dies durch das Ausscheiden des Vorsitzenden Michael Stache und des Mitgliedes Werner Dahlbender wegen Erreichens der Altersgrenze. Diese beiden wurden danach sehr würdig verabschiedet und erhielten aus den Händen der zuständigen Abteilungsleiterin des Genoverbandes, Lena Loreth, mit der Ehrennadel in Gold eine sehr hohe genossenschaftliche Auszeichnung für ihr langjähriges ehrenamtliches Engagement.
Abschied von Michael Stache
In bewegenden Worten verabschiedeten sich Michael Stache und Werner Dahlbender persönlich. Beide würdigten dabei das sehr konstruktiv, offen und kollegial arbeitende Aufsichtsgremium und die von großem Vertrauen geprägte Zusammenarbeit mit dem Vorstand. In der sich an die Versammlung anschließenden konstituierenden Aufsichtsratssitzung wurde die Spitze neu gewählt: Aufsichtsratsvorsitzender der Bank wurde Christof Schönenberger, sein Stellvertreter ist nun Henrik Knodel.
Beide sind seit vielen Jahren Mitglieder des Gremiums und mit der sehr anspruchsvollen Arbeit bestens vertraut – sicherlich nicht zuletzt ausschlaggebend für das einstimmige Votum der Kollegen.
red


























