Start Gesellschaft Ärger über zwei neue Sitzbänke Elsa-Brändström-Straße >>>Lärm und Müll nerven die Anwohner

Ärger über zwei neue Sitzbänke Elsa-Brändström-Straße >>>Lärm und Müll nerven die Anwohner

Der Stein des Anstoßes: eine der beiden neuen Sitzbänke in der Elsa-Brändström-Straße. Foto: Oliver Gehrig

GONSENHEIM – Eigentlich sind sie vor zwei Jahren aufgestellt worden, um die Aufenthaltsqualität im Quartier Elsa-Brändström-Straße zu erhöhen, doch jetzt sind sie Teil des Problems: Die Rede ist von den beiden vor zwei Jahren auf Antrag des Ortsbeirates neu errichteten Sitzbänken vor dem Stadtteiltreff. „Es gab Gespräche mit den Anwohnern wegen Problemen mit Ruhestörung“, erläuterte Giovanni Rappa (CDU) den Hintergrund. „Viele Anwohner haben ihre Schlafzimmer zur Straße hin. Viele junge Menschen sitzen dort abends auf den Bänken und unterhalten sich lautstark.“ Die CDU spricht sich daher in einem neuen Antrag für die Verlegung der Sitzbänke aus: Eine Sitzbank soll in den Bereich zwischen der Bäckerei und dem Grillpoint verschoben werden, die andere unmittelbar gegenüber dem Stadtteiltreff neu platziert werden. Zudem sollen mehrere Mülleimer installiert werden, um die Sauberkeit in diesem Bereich dauerhaft zu gewährleisten. In den Nachtstunden soll das Ordnungsamt vermehrt kontrollieren, um die Einhaltung der Nachtruhe zu gewährleisten.

„Es ist ein Thema“, bekräftigte Markus Alp (SPD). „Müll ist ein Problem. Die Mülleimer fehlen – außer Frage. Es sieht teilweise aus wie Sau.“ Die Verlegung der Bänke sehe die SPD eher skeptisch. Zuvor sollte mit Streetworkern deeskalierend auf die Jugendlichen eingewirkt werden.

„Wir halten es für sinnvoll und wichtig, dass mehr Mülleimer aufgestellt werden“, bestätigte Elisabeth Windfelder (Grüne). Ergänzend sollten zur Gesamtsituation die Hintergründe erfragt werden, etwa zur Konzession der Gastronomie.

„Warum gehen wir nicht direkt ins Gespräch mit der Verwaltung, statt einen Antrag zu stellen?“, fragte Ortsvorsteher Josef Aron (Grüne). „Ich weiß von der Problematik nichts.“ Das Problem bestehe seit zwei Jahren, entgegnete Giovanni Rappa (CDU). „Die Verwaltung hat sich die Situation angeschaut. Eine Verschiebung wäre der erste Schritt.“ Darüber sei er von Rappa nicht informiert worden, klagte Aron. Er sei bei diesem Gespräch in Urlaub gewesen.

Christin Fernholz (Grüne) stellte den Änderungsantrag, die Passage mit der Verlegung der Sitzbänke aus dem Antrag herauszunehmen, zog diesen jedoch später wieder zurück. Sie zeigte sich verwundert, wie schlecht die Kommunikation zwischen dem Ortsvorsteher Josef Aron und seinem Stellvertreter Giovanni Rappa sei.

„Wenn der Ortsbeirat sein Votum einbringt, haben wir die Hoffnung, dass es schneller geht“, meinte Mathias Huber (CDU). Nikolai Groben (FDP) stellte den Änderungsantrag, erst mit den Anwohnern zu sprechen, ob eine Verschiebung der Bänke sinnvoll ist, oder ob andere Maßnahmen ergriffen werden. Der CDU-Antrag wurde mit der FDP-Änderung bei einer Enthaltung angenommen.

In der Bürgerfragestunde klagten die Anwohner über die gegenwärtige Situation. Bis zu 40 Jugendliche versammelten sich nachts, um zu feiern, oft bis um 1 Uhr oder später. Hinzu komme der Müll und die Rattenplage. „Wir fühlen uns als Anwohner alleine gelassen“, klagte eine Anwohnerin. „Wir hätten gerne, dass die Bänke wegkommen.“ Ortsvorsteher Josef Aron versprach, sich der Ruhestörung anzunehmen. „Das Ordnungsamt ist zuständig.“ Er will nachhaken.

Oliver Gehrig