HECHTSHEIM – Es war wieder so weit: zweieinhalb Stunden pure Lebensfreude in der Radsporthalle in Hechtsheim: Die Hechtsheimer Dragoner hatten zu ihrer legendären Korzsitzung geladen. Hier wurde nicht lang gefackelt, hier wurde gefeiert – und das im Akkord. Oberstleutnant Frank v. Bauer, charmanter Sitzungspräsident, gab zu Beginn den Ton an: „Schaut eurem Gegenüber in die Augen und sagt: Schön, dass es dich gibt!“ Dieses Motto brachte die Stimmung auf den Punkt: Hier ging es um das Miteinander und um jede Menge Spaß.
Die Sitzungskapelle „Oldrhoischlawiner“ aus Stockstadt am Rhein sorgte schwungvoll für den perfekten Rhythmus zwischen den Auftritten. Los ging’s mit einem echten Publikumsliebling: „Ignaz“ alias Markus Schönberg, der mit seinem begrenzten, aber umso effektiveren Wortschatz („Weck, Worscht, Woi, Schoppe und Meenz“) die Herzen der Zuhörer – vor allem der Damen – im Sturm eroberte. Begleitet von Klavierklängen sang er sich mit Hymnen wie „Fleischworscht, Brötscher und Woi – besser kann’s gar net soi“ frei nach Eros Ramazzotti direkt in die Gunst des Publikums. Tanzmariechen Noé Reil von der Kasteler Jocus Garde wirbelte im Anschluss grazil und gleichzeitig akrobatisch über die Bühne.

Jürgen Wiesmann, alias Life Coach „Ernst Lustig“, entführte das Publikum in die absurden Tiefen seines Alltags – etwa wenn er als Spaziergänger versucht, mit der schnaufenden atmungsaktiven Jacke und einem unsichtbaren Hund, „Herrn Söder“, Schritt zu halten. Seine Geschichten über die wegen der Klimaanlage vereisten Schweißtropfen führten zu Lachsalven, die selbst den strengen Zeitplan von Oberstleutnant v. Bauer ins Wanken brachten.
Ein besonderes Highlight war der Auftritt der HD-Minigarde: eine Bühne voller „Prinzessinnen“, die mit wirbelnder Energie und perfekten Choreografien das Publikum verzauberten. Sie zeigten unter Leitung von Christine Grün und Andschana Orzeszko ihr Können.
Für die notwendige Portion Kokolores sorgten „Heininger und Schier“ mit der „Schwellkopptherapie“. Martin Heininger als Meister der neurotischen Probleme therapierte seinen Patienten Christian Schier alias Schwellkopp „Rotznos“ durch die absurden Weiten des rheinhessischen Alltags. Schiers legendäre Tanzeinlage wurde vom Publikum vehement eingefordert – mit dem neun Kilogramm schweren Schwellkopp auf dem Kopf.

Energie pur bot die Showtanzgruppe der Kasteler Jocus Garde unter Leitung von Dunja Weber. Nach dem Motto „Ausbruch der Tiere“ feierte sie eine Party, die an Lebensfreude kaum zu überbieten war. Ein Mann mittendrin, 13 Frauen um ihn herum – und eine Choreografie, die einfach nur „affenstark“ war. „I like to move it“ wurde hier in eine neue Dimension katapultiert.
Marvin Hollederer alias „Hollebutz“ brachte mit seinem „Weinfrühstücks-Song“ nicht nur die Stimmung zum Kochen, sondern auch die Realitäten des modernen Dating-Lebens auf den Punkt. Seit zwei Monaten Single, tindert er nun – das sei „wie Onlineshopping: was nicht gefällt, geht zurück,“ verriet er schmunzelnd. Und dann war da noch der Apotheker Jens Baumgärtner von den „Brunnebutzern“, der für Lacher sorgte. Seine beste Arznei? „Zwei, drei Tropfen von ‚Keine Ahnung‘ – die helfen immer.“ Seine Weisheit: „Alte Leute müssen nicht zum Arzt, sondern zum Archäologen.“
Zum Abschluss brachte die Band „Handkäs un sei Musigg“ mit ihren schmissigen Songs den Saal zum Singen und zum Tanzen. Danach war Party-Time angesagt und der Mainzer Liedermacher und Fastnachtssänger Oliver Mager hatte sich traditionell als Mitternachts-Highlight angekündigt.

Am Ende war klar: Bei der nächsten Korzsitzung wird wieder gelacht, getanzt und gefeiert – und Oberstleutnant v. Bauer wird wieder alles geben, um den Zeitplan einzuhalten. Ob ihm das gelingt? Egal. Hauptsache, es macht Spaß!
Autorin: Sabine Longerich
























