Start Gesellschaft Im Krieg gibt es keine Sieger Würdevolles Totengedenken auf dem Hechtsheimer Friedhof

Im Krieg gibt es keine Sieger Würdevolles Totengedenken auf dem Hechtsheimer Friedhof

Pfarrer Tobias Geeb, Ortsvorsteherin Ulrike Cohnen und Pfarrer Adrian Ladner (von links) sprachen am Volkstrauertag auf dem Hechtsheimer Friedhof, Foto: Oliver Gehrig

HECHTSHEIM – Zum Totengedenken am Volkstrauertag trafen sich jetzt mehr als 60 Bürgerinnen und Bürger auf dem Hechtsheimer Friedhof, darunter Vertreterinnen und Vertreter der Vereine, der Feuerwehr, der Polizei und der Bundeswehr, des Stadtrates und des Ortsbeirates sowie der Kirchen. „Wir gedenken der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft und halten gemeinsam inne“, sagte Ortsvorsteherin Ulrike Cohnen zu Beginn. Sie zitierte den deutschen Priester Bernhard Lichtenberg: „Die Taten eines Menschen sind die Konsequenzen seiner Grundsätze. Sind diese Grundsätze falsch, so werden die Taten nicht richtig sein.“ Ulrike Cohnen erinnerte an die Kriege in der Ukraine und im Gaza-Streifen und sprach sich für ein Eintreten für eine Welt ohne Krieg und Gewalt aus. Vorverurteilungen und Fremdenfeindlichkeit müssten überwunden werden. „Lasst uns Brücken bauen statt Mauern zu errichten.“ Weiter erinnerte die Ortsvorsteherin an 14 in diesem Jahr Verstorbene des Stadtteils.

Für den musikalischen Rahmen sorgte die Bläsergruppe der Musikschule. Foto: Oliver Gehrig

„Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“, sagte der evangelische Pfarrer Adrian Ladner und erinnerte an die hohen Totenzahlen der beiden Weltkriege. „Am Ende des Krieges bleiben Tote und Verletzte“, mahnte Ladner. „Als evangelischer Pfarrer und als Christ habe ich die Hoffnung, dass Menschen lernfähig sind.“ Der katholische Pfarrer Tobias Geeb zitierte Papst Franziskus: „Im Krieg gibt es keinen Sieger. Krieg ist immer eine Niederlage der Menschheit.“ Im Gebet bat Pfarrer Geeb um Vergebung.

Eine vierköpfige Bläsergruppe der Musikschule Hechtsheim Markus Klee umrahmte das Gedenken mit drei Liedern: „Wie sie so sanft ruhn“, „Über den Sternen“ und „Ich bete an die Macht der Liebe“. Fahnenabordnungen des Reitsportvereins Schwarz-Weiß Mainz-Hechtsheim, des Reit- und Fahrvereins 1929 Mainz-Hechtsheim, des Männerquartetts 1926, der Freiwilligen Feuerwehr und der Jugendfeuerwehr standen Spalier. Mit einem stillen Gebet an den drei niedergelegten Kränzen endete die würdevolle Feier.

Oliver Gehrig