Start TOP Nachhaltiger Bauhof für Nackenheim Holzbau, moderne Arbeitsplätze und Energieversorgung für die Zukunft

Nachhaltiger Bauhof für Nackenheim Holzbau, moderne Arbeitsplätze und Energieversorgung für die Zukunft

Familienfoto vor dem neuen Bauhof in Nackenheim. Das Gebäude verbindet moderne Arbeitsbedingungen mit nachhaltiger Bauweise und einer zukunftsorientierten Energieversorgung. So verbindet der neue Bauhof mehrere Aufgaben: Er ist Arbeitsplatz, technischer Standort, Teil der kommunalen Energieversorgung und ein Baustein für die Zukunftsfähigkeit Nackenheims.
Familienfoto vor dem neuen Bauhof in Nackenheim. Das Gebäude verbindet moderne Arbeitsbedingungen mit nachhaltiger Bauweise und einer zukunftsorientierten Energieversorgung. Foto: Gregor Starosczyk-Gerlach

NACKENHEIM – Der neue Bauhof der Ortsgemeinde Nackenheim ist ein kommunaler Zweckbau mit einem Mehrwert. Bei seiner Einweihung kreisten die Festreden um nachhaltige Infrastruktur, bessere Arbeitsbedingungen und um die Frage, wie eine wachsende Gemeinde im Alltag verlässlich funktionieren kann.

Ort, an dem Gemeinde funktioniert

Ortsbürgermeister René Adler (FWG) stellte den Neubau in einen größeren Zusammenhang. Der Bauhof sei der Ort, „an dem es sich entscheidet, ob unsere Gemeinde funktioniert“. Ob Winterdienst, Starkregen, Pflege öffentlicher Flächen oder Ordnung im Straßenraum: „Vieles, was im Alltag selbstverständlich erscheinen soll, beginnt genau hier.“

Die bisherigen Bedingungen genügten nicht mehr den Anforderungen einer wachsenden Gemeinde. Fahrzeuge, Maschinen und Material seien bislang nicht mehr zeitgemäß untergebracht gewesen. Schlechte Beleuchtung, unbefestigte Außenflächen und ungünstige Abläufe hätten die Arbeit erschwert und auch Sicherheitsfragen berührt. „Das war weder zeitgemäß noch zukunftsfähig“, sagte Adler.

Von 17 beteiligten Baufirmen kamen nach Scheurers Worten 16 aus Rheinland-Pfalz. Kommunale Investitionen schafften damit nicht nur Infrastruktur, sondern stärkten auch Handwerk und Wirtschaft.
Der neue Bauhof verbindet aus Sicht der Gemeinde mehrere Aufgaben: Er ist Arbeitsplatz, technischer Standort, Teil der kommunalen Energieversorgung und ein Baustein für die Zukunftsfähigkeit Nackenheims. Foto: Gregor Starosczyk-Gerlach

Holzbau mit Photovoltaik-Option

Mit dem Neubau entstanden nach Worten von Architektin Isabelle Heckelsmüller funktional gegliederte Nutzflächen: eine Fahrzeughalle, Werkstattbereiche sowie Sozialräume und Sanitäreinrichtungen. Vier Sektionaltore erschließen die Halle, das Dach ist für eine Photovoltaikanlage vorbereitet. Insgesamt waren zwölf Gewerke am Bau beteiligt.

Statt eines klassischen Baus entschied sich die Gemeinde für eine nachhaltige Holzkonstruktion. Der nachwachsende Rohstoff sei ökologisch sinnvoll und zugleich wirtschaftlich vernünftig, sagte Adler. Auch im Inneren bleibt der Charakter des Gebäudes sichtbar: Beton und Holz prägen die Gestaltung, die Konstruktion wird nicht vollständig hinter Verkleidungen versteckt.

Energieversorgung mit Blick auf Krisenvorsorge

Der Neubau ist in ein Energiekonzept eingebunden, das über den Bauhof hinausweist. VG-Bürgermeister Robert Scheurer verwies auf die neue Heiztechnik und die Verbindung zur Carl-Zuckmayer-Halle. Die 22 Jahre alte Gasheizung der Halle könne dadurch ersetzt werden. In Verbindung mit weiteren Bausteinen wie Photovoltaik entstehe ein System, das Versorgungssicherheit und Krisenvorsorge stärker mitdenke. „Wir müssen in solchen Zeiten immer wieder an Versorgungssicherheit und Krisenvorsorge denken“, sagte Scheurer.

Scheurer nannte die Möglichkeit, dass die Carl-Zuckmayer-Halle künftig als Anlauf-, Koordinierungs- oder Wärmepunkt genutzt werden könne, auch im Hinblick auf den Katastrophenschutz.

Mit dem Neubau entstanden nach Angaben von Architektin Isabelle Heckelsmüller funktional gegliederte Nutzflächen: eine Fahrzeughalle, Werkstattbereiche sowie Sozialräume und Sanitäreinrichtungen. Foto: Gregor Starosczyk-Gerlach

Wertschätzung für die Mitarbeiter

Im Blick auf die Mitarbeiter des Bauhofs verdeutlichte Adler, dass Wertschätzung nicht allein in Dankesworten bestehe. „Wertschätzung zeigt sich nicht nur in Worten, sondern in den Bedingungen, die man schafft“, sagte Adler. Mehr Platz, sichere Lagerung, klare Abläufe, moderne Anlagen und Sozialräume seien „nicht Luxus“, sondern „Respekt“ und „Verantwortung“. Am Ende profitiert davon die gesamte Gemeinde: durch schnellere Abläufe, verlässliche Dienste und eine Infrastruktur, die den Anforderungen des Wachstums standhält.

Investition in Infrastruktur und Handwerk

Von 17 beteiligten Baufirmen kamen nach Scheurers Worten 16 aus der Region. Kommunale Investitionen schafften damit nicht nur Infrastruktur, sondern stärkten auch Handwerk und Wirtschaft in der Region.

Finanziell blieb das Projekt im Haushaltsrahmen und wurde durch das Land Rheinland-Pfalz unterstützt. Adler nannte eine Fördersumme von 340.000 Euro, deren Übergabe im Juli 2023 ein entscheidender Schritt für die Umsetzung gewesen sei. Ein weiterer Effekt des Umzugs: Durch den Auszug aus der alten Scheune entsteht Raum für die Erweiterung des Pfarrmuseums. Auch dafür liege inzwischen eine Förderzusage über 250.000 Euro vor.