RÜSSELSHEIM – Vor gut einem Jahr ist der Atomwaffenverbotsvertrag in Kraft getreten, der bereits von 92 Staaten unterzeichnet wurde. Deutschland zählt nicht dazu. Der Vertrag verbietet die Androhung und den Einsatz von Atomwaffen. Anlässlich des Jahrestags bringt Oberbürgermeister Udo Bausch, der Mitglied der Initiative Mayors for Peace (Bürgermeister*innen für den Frieden) ist, seine tiefe Besorgnis über die aktuelle nukleare Bedrohung zum Ausdruck. Der Rüsselsheimer Rathauschef fordert daher die Bundesregierung erneut dazu auf, dem von Vereinten Nationen verabschiedeten Vertrag zum Verbot von Atomwaffen beizutreten. „Als Bürgermeister für den Frieden setze ich mich dafür ein, dass die Menschheit frei von atomarer Bedrohung leben kann. Jeder Einsatz von Atomwaffen würde katastrophale, weitreichende und langanhaltende Folgen für Mensch und Umwelt nach sich ziehen“, sagt Bausch.
Insbesondere die wiederholten russischen Drohungen mit Atomwaffen bereiten auch vielen Bürgerinnen und Bürgern Sorgen. Als wichtigen Schritt sollen die Atommächte Russland und die NATO in einer verbindlichen Erklärung auf einen Einsatz von Atomwaffen im Ukrainekrieg verzichten. So lautet eine Forderung, die bereits mehr als eine Million Menschen weltweit unterstützen und der sich auch Bausch anschließt.
Die Stadtverordnetenversammlung von Rüsselsheim am Main beschloss im Mai 2021 sich dem Städteappell der deutschen ICAN-Sektion anzuschließen. Die Friedensinitiative der internationalen Kampagne zur Abschaffung von Atomwaffen (ICAN), die 2017 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet wurde, ruft weltweit Städte dazu auf, durch Unterzeichnung eines Städteappells den Beitritt der jeweiligen Länder zum Atomwaffenverbotsvertrag zu erreichen.
Johanna Weigand
Magistrat der Stadt Rüsselsheim am Main