RÜSSELSHEIM – Um Obdachlosigkeit zu vermeiden, will die Stadt Rüsselsheim am Main sechs Unterkünfte weiter anmieten, die aktuell für Asylbewerberinnen und –bewerber genutzt werden. Das schlägt der Magistrat den Stadtverordneten vor. „Die Anmietung schafft uns größere Flexibilität und Handlungsmöglichkeiten, denn das Thema Obdachlosigkeit ist vielschichtig“, sagt Bürgermeister Dennis Grieser. Es spiele keine Rolle, ob Familien nach einem Wohnungsbrand unterzubringen seien oder anerkannte Asylbewerberinnen und –bewerber nicht sofort aus einer Unterkunft ausziehen könnten, da auf dem Wohnungsmarkt aktuell keine ausreichenden, bezahlbaren Kapazitäten zur Verfügung stünden. „Wichtig ist, dass die Stadt mehr Kapazität schafft, und dass dies bei einer Belegung von rund 80 Prozent kostenneutral sein wird“, erläutert Grieser weiter.
Hintergrund der Vorlage ist, dass die Mietverträge der elf seitens der Stadt angemieteten Unterkünfte für die Unterbringung der Asylbewerberinnen und –bewerber im ersten Halbjahr 2021 auslaufen. Sechs der Objekte sollen daher weiter angemietet werden, um eine ausreichende Anzahl an Unterbringungsplätzen zu haben. Zuzüglich der Obdachlosenunterkunft am Flörsheimer Weg stünde mit den angemieteten Wohnungen ausreichend Kapazität zur Verfügung.
Aktuell gibt es in den elf Asylbewerberunterkünften in Rüsselsheim 227 Plätze, davon sind 183 belegt. In der städtischen Obdachlosenunterkunft am Flörsheimer Weg stehen 50 Plätze zur Verfügung, wovon rund die Hälfte belegt sind. Folgen die Stadtverordneten dem Vorschlag des Magistrats, müssen auch zwei Satzungen angepasst werden.
Magistrat der Stadt Rüsselsheim am Main
Fachbereich Zentrales