BRETZENHEIM – Eine ungewöhnliche Beobachtung hat Ortsbeiratsmitglied Dr. Peter Schenk (ÖDP) am Vormittag des 3. Dezember am Ackermannweg gemacht: Aus dem neuen JGU-Rechenzentrum sei dicker, blau-weißer Qualm gedrungen und habe sich bedrohlich über die Straße gelegt. „Es war eine dichte, neblige Wolke“, berichtete Schenk jetzt im Ortsbeirat und stellte einen Prüfantrag an die Verwaltung. Darin wird die Verwaltung aufgefordert, darauf einzuwirken, dass die Abgaswerte des Rechenzentrums überprüft werden und gegebenenfalls das Rechenzentrum mit modernen, zeitgemäßen Ruß- und Abgasfiltern nachzurüsten.
Die anderen Fraktionen äußerten Bedenken an diesem ÖDP-Antrag. Es handele sich um einen „Verdachtsantrag“, in der die Universität unter einen Generalverdacht gestellt werde, kritisierte Lucas Linner (SPD). Ähnlich sieht es Florian Kärger (Grüne). Er regte an, lieber eine Anfrage an die Stadt zu stellen, ob das Rechenzentrum getestet werde und ob die Anlage „so sauber wie möglich“ ist. „Ich werde keinem Antrag zustimmen, der auf Mutmaßungen beruht“, betonte Felix Ehlert (Linke). Lucas Linner fragte Dr. Peter Schenk, ob er denn zum Telefonhörer gegriffen habe, um den Sachverhalt zu klären. Nein, das habe er nicht gemacht, antwortete Schenk. „Eine Anfrage oder ein Telefonat gehen aus wie das Hornberger Schießen“, meinte Schenk. Er habe auch keine Fotos gemacht, da er keine Kamera dabei gehabt habe. In Anbetracht der unklaren Sachlage regte Stadträtin Claudia Siebner (CDU) an, den Antrag zurückzuziehen und lieber eine Anfrage zu stellen. Schenk stimmte zu, sodass der ÖDP-Antrag zurückgezogen und stattdessen eine Anfrage an die Verwaltung gestellt wurde.
Ortsvorsteher Manfred Lippold (CDU) berichtete von einer Ortsbegehung mit der Verwaltung in der Alfred-Mumbächer-Straße mit Udo Beck von der Straßenverkehrsbehörde und Franziska Voigt von der Abteilung Verkehrswesen. „Es wurde erkannt, dass einiges gemacht werden muss, um die Sicherheit unserer Kinder und der Fußgänger zu gewährleisten“, betonte Lippold. „Wir hoffen, dass es umgesetzt wird.“
Oliver Gehrig

























