
BINGEN/FREI-WEINHEIM/HEIDENFAHRT – Einmal im Jahr rücken Auen, Quellen, Sümpfe, Küsten, Bachläufe und Seen in den öffentlichen Fokus: Ihr Datum ist der 2. Februar, den die Vereinigten Nationen zum „Welttag der Feuchtgebiete“ bestimmt haben.
Diese besonderen Landschaftsgebiete dienen neben all den vielfältigen ökologischen Funktionen, die sie haben, nicht minder wunderbar der Naherholung. Ihre Wirkung lässt sich sehr gut bei einem Spaziergang erleben, dafür muss man gar nicht weit fahren. Die Rheinuferabschnitte, die als Feuchtgebiete zählen, liegen nur wenige Autominuten von der Landeshauptstadt Mainz entfernt.
Wer beispielsweise das Auto am Ufer in Budenheim, Heidenfahrt, Frei-Weinheim oder Bingen abstellt und dem Flusslauf folgt, wird nicht nur den eigenen Akku im Erholungsmodus leicht aufladen können. Auch wenn er aktuell – da es im Wechsel regnet und schneit – gut imprägniertes Schuhwerk dazu braucht.
Er wird auch sich ganz nebenbei der Wirkung des Ökosystems Rheinauen näher können. Erst recht, wenn er auf die fundierte Hilfe der Fachleute setzt. An dieser Stelle kommt das NABU-Zentrum Rheinauen ins Spiel. Zum einen hat das naturpädagogische Zentrum unlängst alles Wissenswerte über die Vogelwelt sowie die Natur- und Kulturschätze entlang des Flusses von der Königsklinger Aue (zwischen Heidenfahrt und Eltville) bis zur Rüdesheimer Aue in einer neuen Broschüre zusammengefasst.
Zum anderen bietet es auch noch einen anderen Weg, den Feuchtgebieten näher zu kommen. Diesmal trockenen Fußes. An die Hand genommen, wird der Spaziergänger nämlich zum Schiffsgast und kann dann – vom Fachpersonal begleitet und weiterhin im Erholungsmodus – tiefer in die Materie eindringen.

Bildschirmfoto: Gregor Starosczyk-Gerlach
Denn NABU ermöglicht das umsichtige Kennenlernen und Erkunden des Gebiets mit Schiffsexkursionen. Insbesondere in den Wintermonaten machen diese die außergewöhnliche Bedeutung des hochinteressanten Gebietes vorsichtig und schonend erfahrbar. Die nächste Schiffsexkursion ist übrigens am Sonntag, 22. Februar.
DEnZusammenhang mit dem UN-Welttag der Feuchtgebiete erläutert Robert Egeling vom Projektbüro des NABU-Zentrums Rheinauen: „Das Gebiet wurde aufgrund seiner Bedeutung für den internationalen Vogelschutz gemäß der Ramsar-Konvention gemeldet“. Der sogenannte Inselrhein habe besonders für überwinternde und ziehende Wasser- und Watvögel eine besondere Bedeutung.
Der internationale Schutz dieser sensiblen Lebensräume geht auf die Ramsar-Konvention zurück, die eben am 2. Februar 1971 in der iranischen Stadt Ramsar unterzeichnet wurde. Ziel der Vereinbarung ist es, Feuchtgebiete dauerhaft zu erhalten und ihre Nutzung weltweit nachhaltig zu gestalten.
Wer nun erstmal auf dem Land bleibt, dem sei eine interessante Smartphone-App des NABU Zentrums Rheinauen empfohlen. Unter dem Titel „Naturerbe Inselrhein“ bündelt sie ebenfalls Informationen zum Inselrhein zwischen Mainz und Bingen. Eine interaktive Karte mit Standortbestimmung unterstützt die Orientierung vor Ort. Ergänzend bietet die Anwendung Naturbeobachtungstipps sowie Routenvorschläge für Naturinteressierte. Verhaltenshinweise und verbindliche Regeln geben Orientierung für einen rücksichtsvollen Aufenthalt in der Landschaft. Darüber hinaus vermittelt die Applikation Wissenswertes zu Lebensräumen, Tier- und Pflanzenarten und ermutigt dazu, sich aktiv für den Schutz der Natur einzusetzen.
Info:
Die Publikation über die Feuchtgebiete steht hier (auf der Seite nach unten scrollen) zur Verfügung und bietet einen umfassenden Einblick in die Vogelwelt sowie in die Natur- und Kulturlandschaft entlang des Rheins zwischen Bingen und Eltville. Die neue Broschüre ist gegen die Zusendung von drei Euro in Briefmarken beim NABU-Zentrum Rheinauen erhältlich. Die Infos zu Schiffsexkursionen befinden sich hier.























