
HECHTSHEIM – Anlässlich ihrer Deutschlandtour machten die Deutschen Weinmajestäten auch Station im Weinanbaugebiet Rheinhessen. Ein besonderes Highlight war der Besuch im Weingut Zehe-Clauß in Hechtsheim, wo vor allem der persönliche Austausch im Mittelpunkt stand.

Die Deutsche Weinkönigin Anna Zenz, ihre Weinprinzessinnen Emma Meinhardt und Katja Simon sowie die rheinhessische Weinkönigin Kathrin Knierim trafen trotz früher Uhrzeit gut gelaunt und erwartungsvoll ein. Begleitet wurden sie von Andrea Horst von Rheinhessen-Wein, der von allen aktuellen sowie ehemaligen Weinmajestäten liebevoll genannten „Queen Mum“ der regionalen Weinbranche. Vor Ort begrüßten neben der Winzerfamilie auch Hechtsheims Ortsvorsteherin Ulrike Cohnen sowie die Mainzer Wirtschafts- und Weinbaudezernentin Manuela Matz die Gäste.
Birgit Zehe-Clauß und Marcus Clauß, Vorsitzender der Hechtsheimer Winzer, gaben gern Einblicke in ihre Arbeit. Seit 2010 führen sie das Weingut gemeinsam und sie setzten früh auf ökologischen Anbau. Seit einigen Jahren ist der Betrieb Bioland zertifiziert und bewirtschaftet rund 30 Hektar Rebfläche, mit Fokus auf Weißweine, aber auch mit einem Faible für Blanc de Noir und Rosé. Die Umstellung auf Bio habe Qualität und Nachfrage deutlich gesteigert, berichteten sie.

Die Weinmajestäten nutzten die Gelegenheit für zahlreiche Fragen – etwa zum Ausbau der Weine, zur Vermarktung oder zu Verkaufszahlen. Besonders interessiert zeigten sie sich an betrieblichen Abläufen, dem Umgang mit dem Winzernachwuchs und strategischen Entscheidungen. Die Winzerin und der Winzer setzen dabei hauptsächlich auf den Verkauf direkt vom Hof, die Nachfrage nach ihren Produkten sei ungebrochen gut. Neben dem Direktverkauf beliefert das Weingut allerdings auch Weinhandlungen im Ruhrgebiet, in Berlin sowie in den Niederlanden.
Ein besonderer Moment war schon der Auftakt mit einem prämierten Riesling Brut des Jahrgangs 2022, der beim Vinum Deutscher Sekt Award 2026 aktuell den ersten Platz belegte. Ein weiteres Highlight war die Präsentation des trocken ausgebauten Sauvignon Blanc „Lehrstück“, ein Projekt der beiden Auszubildenden Lukas und Philipp.
Weinbaudezernentin Matz verwies auf die Rolle der Landeshauptstadt im internationalen Netzwerk der Great Wine Capitals. Hechtsheim nehme als einer der bedeutendsten Weinbauorte eine wichtige Stellung ein. Birgit Zehe-Clauß, im Vorstand der Mainzer Winzer, betonte die enge Zusammenarbeit der Winzerinnen und Winzer, die sich bereits vor drei Jahrzehnten zusammengeschlossen haben. Die hohe Nachfrage nach Lehrstellen wertet sie als positives Signal für die Zukunft.

Und auch Marcus Clauß blickt zuversichtlich in die Zukunft des Weinbaus, zumindest im Bereich der Hechtsheimer Winzer: Das Interesse am Wein wachse, besonders bei jüngeren Menschen und – bei Frauen, die immer mehr Sachkenntnis beweisen würden. Clauß sagte lachend: „Das ist jedenfalls mein Bauchgefühl.“
Für die drei Weinmajestäten steht das Kennenlernen der Betriebe im Vordergrund. Jede Station biete neue Einblicke, erklärte Anna Zenz. Der direkte Austausch mit den Menschen in den Weinbaubetrieben sei ein zentraler und unvergesslicher Bestandteil ihrer Aufgabe.
Das Weingut Zehe-Clauß wird unter anderem für seine Bioland-zertifizierten Weine und sein Engagement in der Region geschätzt. Und der Stadtteil Hechtsheim ist nicht nur für seine Weine, sondern auch für seine lebendige Weinkultur bekannt. Zahlreiche Weinveranstaltungen wie Hoffeste, Weinverkostungen oder die traditionelle Kerb laden zum Genießen ein. Ein besonderes Highlight in diesem Jahr ist das 40-jährige Jubiläum des Weinfests im Kirchenstück im Juli.
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