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„Die Krake aus Brake“ steht nicht gerne im Mittelpunkt In der Reihe „Was macht eigentlich?“ des Vereins Hechtsheimer Ortsgeschichte war der ehemalige 05-Torwart Dimo Wache zu Gast

Der ehemalige 05-Stadionsprecher Klaus Hafner zwischen Dimo Wache (rechts) und dem VHO-Vorsitzenden Ottmar Schwinn (links). Sie unterhielten sich in der Reihe „Was macht eigentlich…?“ vor großem Publikum über die Vergangenheit und Gegenwart des einstigen 05-Torwarts. Foto: kga

HECHTSHEIM – Nein, er sei keiner, der gerne im Mittelpunkt steht. „Ich will nicht komplett in der ersten Reihe stehen.“ Das sagt ausgerechnet Dimo Wache, der zwischen 1995 und 2010 beim FSV Mainz 05 in 406 Pflichtspielen als gefeierter Torwart zwischen den Pfosten stand. An vorderster Front gewissermaßen, und sich nicht scheute, sich jedem Ball mit vollem Körpereinsatz entgegenzuwerfen.  In der Reihe „Was macht eigentlich…?“ des Vereins Hechtsheimer Ortsgeschichte (VHO) stellte sich der Hechtsheimer im Christophorushof nun  den Fragen des ehemaligen 05-Stadionsprechers Klaus Hafner und des Vorsitzenden des VHO, Ottmar Schwinn. Zudem auch den Fragen der vielen Gäste, die gekommen waren, um den als „Die Krake aus Brake“ bekannten und beliebten Torwartes von der Unterweser zu sehen und zu hören.

Ruhiger, besonnener und symphatischer Akteur

Auf dem Spielfeld zu stehen, im Tor oder an der Seite als Torwarttrainer, wie nach seiner Zeit in Mainz beim Zweitligisten SV Darmstadt 98, das vermisse er schon sehr. Aber inzwischen habe er einen neuen Job. Daheim bei seiner Familie, da sei er der „Facility Manager“ und habe sogar eine leichte Spießigkeit angenommen. „Ich zupfe durchaus auch Unkraut.“  Außerdem arbeitet der 52-jährige Ehrenspielführer von Mainz 05 seit Februar als Vereinsbotschafter, als der er repräsentative Aufgaben übernehmen und Mainz 05 bei Heimspielen sowie bei Marketing- und Sponsorenterminen vertreten wird.

Dimo Wache zeigt sich als ruhiger, besonnener und sympathischer Akteur auf der kleinen Bühne im Christophorushof. Er sei bodenständig, ein ehrlicher Typ, bestätigt ihm einer seiner Nachbarn, die ebenfalls im Publikum sitzen. Und er lächelt, wenn ab und zu entweder Klaus Hafner oder Ottmar Schwinn kurz ein „Dimo“ rufen und alle Gäste im Hof mit einem lauten „Wache“ antworten, so wie er es einst im Stadion erleben durfte.  Was er erzählt, ist spannend, kurzweilig, erstaunlich. Sein Herz habe immer schon für den Hamburger SV geschlagen, die Frage nach dem SV Werder Bremen (gleich um die Ecke) als Arbeitgeber habe sich ihm nie gestellt. Tatsächlich ging sein Weg über Jugendstationen wie Heiligenrode, Brake und Oldenburg zu Bayer 04 Leverkusen. Im Sommer 1992 erfolgte dann sein Wechsel zum Bundesligisten Borussia Mönchengladbach. Im Juli 1995 wechselte er dann zum FSV Mainz 05, wo er seinen späteren Torwarttrainer Stephan Kuhnert aus dem Kasten verdrängte und gleich zweimal den Aufstieg seiner Mannschaft in die Erste Bundesliga 2004 und 2009 miterleben durfte.

Von Wegbegleitern und Trainern

Dimo Wache erzählt von Wegbegleitern und seinen Trainern Jürgen Klopp und Wolfgang Frank, von seinen zahlreichen Verletzungen, seiner Diabetes-Erkrankung und seinem Ehrgeiz. „Nein, ich wollte nicht Schluss machen, sondern immer so schnell wie möglich wieder fit werden.“ Und er bedankt sich bei seiner Frau, die in der langen Zeit stets hinter ihm gestanden habe.

Bei den Fragen zur aktuellen Fußball-WM hält sich Wache bedeckt. Er verfolge das alles nicht so sehr. Der Herr, dessen Land das mitorganisiere, sei nicht so seiner. „Und Schiedsrichter abzuweisen, da finde ich Machtdemonstrationen gehören nicht zum Fußball.“  Befragt nach den deutschen Chancen, ist er ehrlich: „Wenn wir die Vorrunde überstehen, dann werden wir immer besser ins Turnier kommen. Heute ist alles professionalisiert, kleine Gegner gibt es nicht mehr.“

Und zu Mainz befragt, hat „Die Krake aus Brake“ eine klare Meinung: „Für mich ist die Stadt etwas ganz Besonderes.“  Bei der vom VHO organisierten Tombola gab es als ersten Preis ein Mainz 05-Trikot mit Dimo Waches Unterschrift zu gewinnen. Dann gesellte sich der Fanliebling zur Autogrammstunde zu den Gästen.

kga