GONSENHEIM – Zwar hat er ein Psychologiestudium abgeschlossen, aber seine Leidenschaft war und ist die Musik. Und das sieht man auch, wenn der inzwischen freiberuflich tätige Musiker, Komponist und Chorleiter Michel Götz auf der Bühne vor seinem Vokalensemble „Chorazón“ steht und die derzeit etwa 20 Sängerinnen und Sänger zu Hochform animiert. Mit einem einstündigen Konzert in der TGM-Halle begeisterte der Chor das Publikum. „Love’s Illusions“, so der Titel des Abends, bei dem die Sängerinnen und Sänger sich dem Thema Liebe in all ihren Facetten annahmen. Erste Liebe, gebrochene Liebe, eine sich auflösende Liebe, in der keiner mehr redet, ein neues Aufblühen der Liebe. Voller Inbrunst sangen die Männer und Frauen und voller Inbrunst und ganzem Körpereinsatz dirigierte Götz tanzend und mit Hüftschwung. Er hat Spaß an dem, was er macht, und dieser Funke springt auch auf seinen Chor über. Er trotzte der unsäglichen Hitze, sie griffen immer wieder nach Handtüchern und zu Wasserflaschen und gaben alles.

Der Abend der Liebe ist in drei Blöcke unterteilt, wobei der Chor zunächst Lieder anstimmt, in denen es um das Ende der Zweisamkeit und Harmonie geht, etwa in „Say something, I am giving up on you“ von Christina Aguilera oder „Thinking out loud“ von Ed Sheeran. Mit „Both Sides now” gibt der Chor einen Blick einmal auf die naive illusorische Zeit der Jugend und einmal auf die weise Zeit im Alter, weiter geht es mit dem Thema der tiefen unterstützenden Liebe, etwa in „Don‘t worry about me“ (Frances) und „You raise me up“ (Josh Groban), das Chorazón durch den Saal schmettert. Zuletzt geht es um Vergebung und um die Liebe zu sich selbst. Hier hat Götz unter anderem „This is me“ aus dem Musical „The Greatest Showman“ herausgesucht, außerdem das „Vater unser“ in Swahili (Baba Yetu).
Es ist heiß, alle schwitzen, alle sind atemlos, die Sänger wie auch das Publikum, aber am Eingang werden schon Snacks und vor allem Getränke herbeigeschafft. Damit nach den Zugaben, um die sich der Chor nicht zweimal bitten lässt, alle noch in gemeinsamer Runde beisammenbleiben können. Der Eintritt war frei, um Spenden wurde gebeten. Und darum, als Sänger dem Chor beizutreten, um dessen Klang mit weiteren Stimmen noch weiter zu verbessern. Eine schöne Stunde der Liebe, bedankte sich das Publikum mit Bravorufen.
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