
OPPENHEIM – Oppenheim und Musik? Das passt zusammen. Die Orgel- und andere Instrumentenklänge aus der Katharinenkirche bestimmen das musikalischen musikalische Echo der Stadt seit Langem. Mit der Fête de la Musique verfeinert die Stadt inzwischen ihr konzertantes Profil um eine weitere Nuance. Die Qualität der Darbietung Darbietungen und der Künstlerauswahl verdankt sich der Kontinuität, mit der Damaris Ziegler-Krete Krethe die Veranstaltung einstmals aus Frankreich nach Oppenheim importiert hat und sie seitdem gemeinsam mit der Stadt verantwortet.
An einem der heißesten Sonntage dieses Sommers nutzten die Stadtbesucher Besucher der Stadt und Einheimische die inzwischen sechste Gelegenheit, um der Live-Musik auf dem Marktplatz, im Deutschen Weinbaumuseum, in den Weingütern, im ehemaligen Klostergarten an der Bartholomäuskirche oder an der Katharinenkirche zu lauschen. Kostenlos und bei Wein und Speis’. Auf der Suche nach dem Gefühl für diese Fête, soll an der dieser Stelle aus der Fülle der Auftritte die Darbietung von Timo Schniering im Hof der Mission erwähnt werden. Vor etwa anderthalb Dutzend Zuhörern schaffe er es, ein beinah andächtiges Lauschen im Publikum hervorzurufen. Er nutze die Musik, um seinen Gefühlen freien Lauf zu lassen, sagte Schniering. Sein Auftritt vor dem Kreis der Zuhörer trug bisweilen tatsächlich die Züge einer Selbstäußerung. Die Mimik und Gestik gehörten sichtbar zum Vortrag, manches schien stark zu bewegen. „Mama …“, sang er, und dann war da plötzlich ein Vogelgezwitscher zu hören. „Kommt das Vogelgezwitscher aus den Boxen?“, fragte ein Zuhörer mit gedämpfter Stimme, um sich die Antwort im nächsten Moment selbst zu geben: „Die Vögel singen mit.“ Vergleichbare Intensität ließ sich sich sich auch vor anderen Bühnen aufspüren. Anna Yavari trat zum ersten Mal im mit einem Soloprogramm auf. Ihre Dankbarkeit für den Zuspruch des Auditoriums überzeugte durch die spürbare Echtheit.

Im Weingut Dr. Dahlem äußerte sich die Frankfurter Band Set New Default ausgesprochen positiv über die Orga – von der Anmeldung bis zum Gig. Alles sei komplikationslos abgelaufen, alles lief so, wie es die Musiker mögen: kommen, spielen, Spaß haben und verschenken. Das Prinzip des Fête ist freilich älter als die Oppenheimer Ausgabe. Sie wurde 1982 in Frankreich ins Leben gerufen und wird inzwischen weltweit gefeiert: Musik im öffentlichen Raum, kostenlos und für alle zugänglich. In Oppenheim bildet sie eine eigene Prägung aus, von der neben den Zuhörern auch das Image der Stadt profitiert.
Gregor Starosczyk-Gerlach






















