Start Gesellschaft Preis für Forschung zum molekularen Injektionssystem von Bakterien Friederike Pisarz erhält Auszeichnung...

Preis für Forschung zum molekularen Injektionssystem von Bakterien Friederike Pisarz erhält Auszeichnung der Boehringer Ingelheim Stiftung für ihre Dissertation über Konkurrenzmechanismen zwischen Bakterien

Preisträgerin der Boehringer Ingelheim Stiftung Dr. Friederike Pisarz. Fotoquelle: Johannes Gutenberg-Universität Mainz/privat

MAINZ/INGELHEIM – Dr. Friederike Pisarz hat in diesem Jahr einen Preis der Boehringer Ingelheim Stiftung erhalten. Die 1995 geborene Wissenschaftlerin wurde für ihre Dissertation ausgezeichnet, die sie an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz anfertigte. Im Mai 2025 schloss sie ihre Promotion mit der Bewertung „summa cum laude“ ab. Betreut wurde die Arbeit von Universitätsprofessor Dr. Ralf Heermann.

Die Dissertation trägt den englischen Titel „Understanding the molecular mechanisms of the T6SS in Photorhabdus luminescens and their potential for biotechnology“. Im Mittelpunkt steht ein molekulares Injektionssystem von Bakterien, das sogenannte Typ-6-Sekretionssystem. Mit diesem System können Bakterien gezielt Giftstoffe in andere Bakterien einschleusen und dadurch Konkurrenten ausschalten. Die Ergebnisse vertiefen das Verständnis der komplexen Wechselwirkungen zwischen Mikroorganismen. Zugleich zeigten sie mögliche Perspektiven für biotechnologische Anwendungen, etwa für neue Strategien zur gezielten Bekämpfung schädlicher Bakterien.

Bakterien leben meist in komplexen Gemeinschaften und konkurrieren dort um Ressourcen. Pisarz untersuchte am Beispiel des Bakteriums Photorhabdus luminescens, welche Rolle das Typ-6-Sekretionssystem für das Überleben in unterschiedlichen Lebensräumen spielt. Dazu zählen Böden, Pflanzen und Insekten.

Preisträgerinnen und Preisträger des Dies Academicus 2026 mit Förderinnen und Förderern, Vertretern des Präsidiums der JGU sowie Vertretern des GKK. Foto: Stefan F. Sämmer

Die Forschung zeigte, dass mehrere Varianten dieses Systems existieren. Sie erfüllen unterschiedliche Aufgaben und beeinflussen sich gegenseitig. Einzelne Systeme steuern nicht nur den direkten Wettbewerb zwischen Bakterien, sondern wirken sich auch auf weitere Eigenschaften aus. Dazu gehören etwa die Beweglichkeit und die Produktion bestimmter Stoffe.

Ein weiterer Befund betrifft die Anpassungsfähigkeit des Bakteriums. Fällt eines der Systeme aus, setzt der Organismus andere Varianten verstärkt ein und kann den Verlust teilweise ausgleichen.

Künftig möchte Pisarz ihre erworbenen Kenntnisse in die pharmazeutische Industrie einbringen und dort weitere Erfahrungen sammeln.

Die Auszeichnung wurde im Rahmen des Dies Academicus der Johannes Gutenberg-Universität Mainz vergeben. Bei der akademischen Feier ehrte die Universität 20 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Künstlerinnen und Künstler in frühen Karrierephasen für ihre Leistungen. Vergeben wurden Preise und Stipendien mit einer Gesamtdotierung von rund 80.000 Euro. Die Mittel stammen von Treuhandstiftungen der Universität sowie von externen Förderorganisationen und Unternehmen.

Der Dies Academicus würdigt Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Künstlerinnen und Künstler in frühen Karrierephasen der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Die Universität begeht diesen Tag seit 1985 jährlich.

Autor: red