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Viele offene Fragen beim Straßenbahn-Ausbau Trasse zum Heiligkreuz-Viertel, Weisenau und Frankenhöhe ist noch nicht entschieden

Das Projekt Mainzer Straßenbahn geht weiter: Für das Teilprojekt 3 Richtung Heiligkreuz-Viertel, Weisenau und Frankenhöhe sind jedoch noch zahlreiche Fragen zu Trasse, Grünflächen, Parkplätzen und Verkehrsführung offen. Foto: Gregor Starosczyk-Gerlach

OBERSTADT – Der Ausbau des Mainzer Straßenbahnnetzes nimmt weiter Gestalt an, bleibt aber ein Projekt mit vielen offenen Fragen. Im Ortsbeirat Mainz-Oberstadt stellte Christian Jakob, Projektleiter bei der Mainzer Mobilität, den aktuellen Stand zum Teilprojekt 3 vor. Dabei geht es um die Anbindung des Heiligkreuz-Viertels, aber auch um mögliche Streckenäste in Richtung Weisenau und Frankenhöhe.

Noch keine fertige Trasse

Die wichtigste Botschaft des Abends lautete: Eine endgültige Entscheidung über die Trasse ist noch nicht gefallen. Jakob warb dafür, Planzeichnungen und Varianten nicht als fertige Planung zu missverstehen. „Wir sind in der Vorplanung“, sagte er. Von dort bis zur Ausführungsplanung sei es „noch ein sehr langer Weg“. Damit griff er einen Punkt auf, der auch in der Beschlussvorlage der Stadt deutlich wird: Die Gremien sollen zunächst eine politische Rückkopplung zur bisherigen Vorzugsrichtung geben.

Startpunkt Hauptbahnhof West

Nach derzeitigem Stand favorisieren Verwaltung und Mainzer Mobilität eine Führung, die bereits am Hauptbahnhof West ansetzt und über die Langenbeckstraße weiterentwickelt wird. Dadurch könnte auch die Universitätsmedizin direkt an das Straßenbahnnetz angebunden werden. Jakob machte zugleich deutlich, dass es aus Sicht der Planer nicht genüge, nur das Heiligkreuz-Viertel isoliert zu betrachten. Eine Straßenbahn müsse auch darüber hinaus gedacht werden, um Nachfrage, Netzstabilität und Förderfähigkeit in Einklang zu bringen.

Beteiligung über mehrere Jahre

Ein zentrales Element des bisherigen Verfahrens war die Bürgerbeteiligung. Seit mehr als drei Jahren seien Hinweise, Chancen und Risiken gesammelt worden, sagte Jakob. In Themenwerkstätten und im Interessenbeirat seien viele Einzelpunkte zu den jeweiligen Streckenabschnitten beraten worden. Der Interessenbeirat habe nach langen Diskussionen eine Empfehlung abgegeben. Diese sei aber kein endgültiger Planungsstand, sondern eine Grundlage für weitere Untersuchungen.

Konflikte im Straßenraum

Gerade diese weiteren Untersuchungen dürften entscheidend werden. Denn der Ausbau greift tief in gewachsene Straßenräume ein. Zu prüfen sind unter anderem Auswirkungen auf Baumreihen, Grünflächen, Denkmäler, Parkplätze, Radverkehr, Fußverkehr und Schulwegsicherheit. Besonders anspruchsvoll sind Abschnitte wie Langenbeckstraße, An der Philippsschanze, An der Goldgrube, Am Stiftswingert und Göttelmannstraße. Dort konkurrieren die Ansprüche von Straßenbahn, Autoverkehr, Radfahrern, Fußgängern und Anwohnerparken auf engem Raum.

Mehrere Optionen für Weisenau

Auch für Weisenau sind mehrere Lösungen im Gespräch. Je nachdem, ob die Strecke als Y-Variante weitergeführt wird, braucht es dort eine Wendemöglichkeit. Diskutiert werden unter anderem Varianten am Alten Friedhof, über die Alexander-Diehl-Straße oder weiter über den Heiligkreuzweg. Welche Lösung am Ende tragfähig ist, hängt auch von Kosten, Erschließungswirkung, Denkmalschutz und Fahrzeugbetrieb ab.

Zeitplan bleibt offen

Einen belastbaren Zeitplan nannte Jakob nicht. Er verwies darauf, dass zunächst das Teilprojekt 2 in der Innenstadt weiter vorangetrieben werde. Für das Teilprojekt 3 müssten zahlreiche fachliche Fragen geklärt werden. Die Öffentlichkeit solle weiter informiert werden. Die Planer hätten aus der bisherigen Beteiligung viel mitgenommen, sagte Jakob. Zugleich machte er deutlich, dass der eigentliche formale Beteiligungsprozess im späteren Verfahren erst noch folgt.

Autor: Gregor Starosczyk-Gerlach