Start Mainz Netto öffnet Parkplatz für Anwohner Am Westring können Stellplätze nachts angemietet werden

Netto öffnet Parkplatz für Anwohner Am Westring können Stellplätze nachts angemietet werden

Der Parkplatz des Netto-Marktes am Westring in Mainz-Mombach steht Anwohnern künftig auch in den Abend- und Nachtstunden kostenpflichtig zur Verfügung. Foto: Gregor Starosczyk-Gerlach

MOMBACH – Wie viele Stellplätze am Netto-Markt im Westring tatsächlich für das neue Nachtparkangebot zur Verfügung stehen, ist bislang nicht bekannt. Angesichts der Parkplatzmisere dürften die Mombacher jedoch über jede zusätzliche Parkmöglichkeit dankbar sein. Zumal die vor Kurzem bereitgestellte Parkfläche am kleinen Mombacher Kreisel derzeit wegen einer Baustelle wieder nicht nutzbar ist.

Nun vermietet der Netto-Markt am Westring 7 einen Teil seiner Stellplätze außerhalb der Kerneinkaufszeiten. Zwischen 18 Uhr und 8 Uhr können Anwohner Parkplätze digital buchen. Entsprechende Informationsschilder mit QR-Codes hängen bereits auf dem Parkplatz. Damit öffnet ein größerer Gewerbebetrieb im unmittelbaren Umfeld des Westrings seine Flächen systematisch für die Bedürfnisse der Anwohner.

Der Mombacher Ortsvorsteher Christian Kanka (SPD) beurteilt die Initiative positiv. Besonders im Bereich des Westrings sei der Parkdruck seit Jahren hoch, führt er an. Viele Anwohner suchten abends lange nach einem freien Stellplatz. Die Vermietung privater Parkflächen außerhalb der Geschäftszeiten sei deshalb ein sinnvoller Beitrag, um die Situation zu entschärfen.

Netto spricht von einem standortabhängig gesteuerten Kontingent. In einer ergänzenden Auskunft, die Journal LOKAL vorliegt, ist von rund 20 Prozent der vorhandenen Plätze die Rede. Netto betont, dass die Zahl der vermietbaren Stellplätze flexibel gesteuert werde. Benötige die Filiale die Flächen selbst, könne das Angebot angepasst oder zeitweise ausgesetzt werden.

„Ich danke Netto für diese pragmatische Lösung“, erklärt Kanka. Das Angebot zeige, dass Unternehmen gemeinsam mit der Nachbarschaft einen Beitrag leisten könnten. Jede zusätzliche legale Parkmöglichkeit könne helfen, den Parksuchverkehr zu verringern.

Natürlich geschieht dies nicht ohne Eigennutz, sondern kostet Geld. Für eine Nacht bezahlt der Nutzer drei Euro, eine Woche kostet 16 Euro und ein Monat 40 Euro. Die Buchung erfolgt über den erwähnten QR-Code. Während der Öffnungszeiten bleibt das Parken für Kunden des Marktes bis zu 90 Minuten kostenlos. Ungeachtet der Gebühren entsteht damit eine zusätzliche und planbare Parkmöglichkeit auf einer Fläche, die nachts bislang weitgehend ungenutzt blieb.

Für Mombach kann das Angebot allerdings nur eine punktuelle Entlastung sein. Wie stark es wirkt, hängt von der tatsächlichen Zahl der freigegebenen Plätze und ihrer Auslastung ab. Kanka sieht solche Kooperationen deshalb als einen Baustein unter mehreren. Er kündigt an, sich weiterhin für zusätzliche Lösungen für den ruhenden Verkehr im Stadtteil einzusetzen.

Das Netto-Modell wirft zugleich eine weitergehende Frage auf: In Mombach gibt es mehrere gewerblich genutzte Parkflächen, die abends oder nachts nur teilweise ausgelastet sind. Sollten weitere Unternehmen ihre Stellplätze öffnen, könnte daraus ein ergänzendes Netz für Anwohner entstehen. Voraussetzung wären klare Nutzungszeiten, verlässliche Buchungsbedingungen und Preise, die für die Nachbarschaft akzeptabel bleiben.

Gregor Starosczyk-Gerlach