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Raum für ein Experiment in der Mittleren Bleiche Sommerstraße lädt ein, neue Perspektiven auf den öffentlichen Raum einzunehmen

Die Jugendband „The Honey Badgers“ eröffnete das Musikprogramm bei der Sommerstraße in der Mittleren Bleiche. Foto: Gregor Starosczyk-Gerlach

MAINZ. Die Mittlere Bleiche wirkt für einige Tage anders. Wo sonst Autos stehen, soll Raum für Menschen entstehen. Kurz vor der Eröffnung der Meenzer Sommerstraße wird das letzte noch parkende Auto abgeschleppt. Der abgesperrte Abschnitt in der Mainzer Altstadt ist damit für den Versuch vorbereitet. Er soll zeigen, wie öffentlicher Raum wirken und wahrgenommen werden kann. Zudem geht es um die Frage, wie es sich anfühlt, dort zu verweilen, wenn die Straße nicht vom üblichen städtischen Treiben geprägt wird. Journal LOKAL berichtete vorab darüber.

Bis Sonntag, 7. Juni, nutzen die Mitwirkenden von MainzZero gemeinsam mit Anwohnern die Zeit, um diese Erfahrungen zu sammeln und zu vermitteln. Der Infopavillon der Initiative steht an der Ecke zur Neubrunnenstraße auf der Volksbankseite.

Hier geht es zum: Programm der Meenzer-Sommerstraße.

Klimaanpassung und Entsiegelung

Bei der Eröffnung sprach Ortsvorsteher Brian Huck (Grüne) über Entsiegelung und Klimaanpassung. Er betonte, dass solche Themen auch in schwierigen Haushaltszeiten wichtig bleiben müssten. Zugleich hob er das Engagement von MainzZero hervor. Zivilgesellschaftliche Gruppen könnten darauf achten, dass politische Zusagen nicht aus dem Blick geraten.

Unterschiedliche Interessen im Stadtraum

Auch Paul Grünebach von der Stadt Mainz dankte MainzZero und den ehrenamtlich Engagierten. Er verwies auf das Ziel des Masterplans Klimaschutz, in Mainz regelmäßig Sommerstraßen umzusetzen. In diesem Jahr sei bislang eine weitere Sommerstraße angemeldet worden. In früheren Jahren habe es bereits mehr solcher Aktionen gegeben.

Grünebach verwies zugleich auf die Herausforderungen im dicht bebauten Stadtraum. Flächen für Begrünung und Aufenthalt entstünden nicht von selbst. Vor Ort träfen unterschiedliche Interessen aufeinander, etwa beim Parken. Deshalb brauche es Beispiele, die zeigen, wie Straßenraum anders genutzt werden kann.

Musik zur Eröffnung

Zur Eröffnung stimmten mehrere Jugendbands das Publikum auf das Projekt ein. Zu den Gästen gehörten Mitglieder des Organisationsteams, Anwohner und Passanten. Stefan Ehlen, der das Projekt „Bandstunde“ in Weisenau betreut, brachte drei Formationen mit. Die jungen Musiker treffen sich einmal pro Woche zu Proben. Bereits bei einer früheren Sommerstraße waren die Bands dabei. Nun unterstützten sie das Projekt erneut mit ihren Auftritten.

Autor: Gregor Starosczyk-Gerlach