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Mittlere Bleiche wird zur Sommerstraße Probelauf für den Zugewinn an Nachbarschaft, Spiel- und Grünflächen

Symbolbild für mehr Leben im Quartier: Klatschmohn wächst aus dem Steinpflaster wie selbstverständlich für die kleinen Freiräume, die dem Menschen in der Stadt Erholung schaffen können. Foto: Gregor Starosczyk-Gerlach

ALTSTADT – Manchmal wird die Stadt zu viel. Sie ist laut, unübersichtlich und schwer zu durchqueren. Baustellen versperren Wege. Busverbindungen geraten durcheinander. Zugleich bietet sie viel: Ämter, Dienstleister, Läden, Cafés und Restaurants liegen oft nah beieinander. Deshalb leben viele Menschen gern in der Altstadt, Neustadt oder Oberstadt. Doch viele wünschen sich Straßen, die mehr können als Verkehr. Mehr Grün, mehr Ruhe und Orte für Nachbarschaft stehen weit oben auf dieser Liste. In Mainz trägt dieser Wunsch einen Namen: „Meenzer Sommerstraßen“.

Straßenraum auf Probe

Das Prinzip ist einfach. Ein Straßenabschnitt wird zeitlich begrenzt für den Durchgangsverkehr gesperrt. Auch öffentliche Parkplätze werden freigehalten. So entsteht Raum für Kinder, Gespräche, Pflanzen, Bänke und kleine Aktionen im Quartier. Die Gestaltung übernehmen die Menschen vor Ort. Die Stadt schafft den verkehrlichen Rahmen.

Seit 2023 erprobt Mainz dieses Modell. Damals startete die Reihe mit drei Projekten. Ein Jahr später waren es acht. Die Idee dahinter: Straßen sollen zeitweise wieder stärker dem Alltag im Viertel dienen.

Mittlere Bleiche wird Sommerstraße

Im Bleichenviertel wird das Konzept Anfang Juni erneut erprobt. Die Bürgerinitiative MainzZero organisiert gemeinsam mit Anwohnenden und Partnern eine Sommerstraße in der Mittleren Bleiche. Der Abschnitt reicht von der Zanggasse über die Heidelbergerfaßgasse bis zum Balthasar-Maler-Platz.

Drei Jugendbands der Musik- und Gesangsschule „Grüner Salon“ spielten am Sonntag vor großem Publikum.
Archivfoto: MainzZero

Die Initiative will erneut zeigen, wie städtischer Raum anders genutzt werden kann. Weniger als Abstellfläche für Autos. Stärker als Ort für Begegnung, Spiel und Alltag. Für Mainz ist das Projekt Teil eines größeren Weges. Die Stadt verbindet damit Ziele aus Klimaschutz, Mobilität und Stadtentwicklung. Die Meenzer Sommerstraßen sollen dicht bebaute Viertel kinderfreundlicher machen. Sie zeigen zudem, wie Aufenthaltsqualität wächst, wenn Straßen für einige Tage anders gedacht werden. Über die Haltung der Stadt zum Thema berichtete Journal LOKAL an dieser Stelle.

Mitmachen ausdrücklich erwünscht

MainzZero setzt auf Beteiligung. Anwohnende können eigene Ideen einbringen. Möglich sind ein Nachbarschaftsfrühstück, ein gemeinsames Essen, Musik, Lesungen, Sport, Theater oder ein Flohmarkt. Auch Vereine sowie Besucherinnen und Besucher können sich beteiligen. Die Sommerstraße wird damit zu einem offenen Versuch im öffentlichen Raum.

Programm in der Sommerstraße

Das Programm beginnt am Mittwoch, 3. Juni. Ab 14 Uhr bietet der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club ein Geschicklichkeitstraining für Kinder an. Um 16 Uhr folgt die offizielle Eröffnung. Ab 16.30 Uhr spielen Kinder- und Jugendbands der Musikschule Tonweise.

Von Donnerstag bis Sonntag gibt es Musik, Malaktionen für Kinder und Erwachsene, Vorträge, Informationen und Gespräche. Am Freitag, 5. Juni, liest Michael Bukowski um 19 Uhr in der Buchhandlung „Erlesenes & Büchergilde“ aus seinem Buch „Deutsches Sonnenmärchen“. Am Samstag, 6. Juni, können Interessierte den Flohmarkt mit eigenen Angeboten ergänzen. Um 12 Uhr, 13 Uhr und 14 Uhr wird jeweils ein von der Mannschaft unterschriebenes Trikot des 1. FSV Mainz 05 aus der Conference League versteigert.

Termin und Kontakt

Die Meenzer Sommerstraße in der Mittleren Bleiche läuft von Mittwoch, 3. Juni, bis Sonntag, 7. Juni. Ideen und Angebote können per E-Mail geschickt werden. Weitere Informationen stehen auf der Internetseite des Klimaentscheids.

Autor Gregor Starosczyk-Gerlach

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Gregor Starosczyk-Gerlach: Redaktionsleiter für Journal LOKAL Rheinhessen. Erfahrener Journalist und Fotograf für Journal LOKAL seit 2013. Experte für Lokalmedien mit Schwerpunkt Rheinhessen und Mainz. Theologiestudium als Inspirationsquelle für faszinierende Alltagsgeschichten.