Start Gesellschaft Rechenzentrumscampus mit Kompensationsmaßnahmen Baubeginn im Rhein-Selz-Park für 2027 geplant 

Rechenzentrumscampus mit Kompensationsmaßnahmen Baubeginn im Rhein-Selz-Park für 2027 geplant 

Im Rahmen der Stadtratssitzung wurde der städtebauliche Vertrag zwischen der Stadt Nierstein und Global Data Centers, einem Geschäftsbereich von NTT DATA, unterzeichnet. Auf dem Bild stehen v. l. n. r.: Jörg Reinshagen (Verantwortlicher Standortentwicklung/Recht NTT DATA), Nausicaa Voukalis (Leiterin Standortentwicklung NTT DATA), Jochen Schmitt (Bürgermeister Stadt Nierstein), Martin Groth (Bürgermeister Verbandsgemeinde Rhein-Selz). Foto: Stadt Nierstein

NIERSTEIN/VG RHEIN-SELZ – Nierstein hat die Weichen für den Rechenzentrumscampus im Rhein-Selz-Park gestellt: Der Stadtrat der Stadt Nierstein hat den Bebauungsplan einstimmig als Satzung beschlossen. In der Sitzung wurde sogleich auch der entsprechende Vertrag mit den Vertretern des Projektträgers (Global Data Centers/NTT DATA) unterzeichnet.

Das Projekt sieht die Entwicklung der bislang ungenutzten Konversionsfläche vor. Im Vorfeld der Abstimmung im Niersteiner Stadtrat hatte der VG-Rat Rhein-Selz den Flächennutzungsplan entsprechend angepasst. Dort sollen neue Arbeitsplätze entstehen sowie eine Infrastruktur, die insbesondere technologieorientierte Branchen unterstützt. Global Data Centers ist ein Geschäftsbereich von NTT DATA, das wiederum ein japanischer Telekommunikationskonzern (Nippon Telegraph and Telephone) ist. Es zählt weltweit zu den großen Anbietern von IT-Lösungen.

Der Zeitplan sieht aktuell vor, dass die Arbeiten auf dem Gelände des Rhein-Selz-Parks noch in diesem Jahr starten. „Aktuell planen wir zudem, den Bauantrag im Frühjahr 2026 einzureichen“, teilte Konstantin Hartmann, geschäftsführende Leitung von Global Data Centers, anlässlich der Vertragsunterzeichnung mit.

Bereits im Januar 2026 beginnt der Investor mit den Ausführungsplänen der umfangreichen ökologischen Kompensationsmaßnahmen, die zu dem Erhalt beziehungsweise der Neuschaffung wertvoller Biotope beitragen und die aufwendige landschaftsplanerische Gestaltung des Campus-Geländes ergänzen werden. Der klassische Baubeginn auf dem Areal ist für 2027 vorgesehen und die Inbetriebnahme des ersten Rechenzentrums für 2029.

Nach seiner Fertigstellung wird der geplante Rechenzentrumscampus neun Rechenzentrumsmodule sowie ein eigenes Umspannwerk umfassen und eine IT-Leistung von insgesamt 482 Megawatt zur Verfügung stellen. Erneuerbare Energien werden durch Stromeinkaufsverträge, hauptsächlich mit deutschen Anbietern, integriert. Darin verpflichten sich Unternehmen, über mehrere Jahre Strom aus erneuerbaren Energien zu einem festgelegten Preis zu kaufen. Zusätzlich errichtet NTT DATA Photovoltaikanlagen auf dem Planungsgelände. Parallel unterstützt das Unternehmen die Stadt Nierstein und die VG bei der Entwicklung von Konzepten zur Nutzung der Abwärme, die beim Betrieb der Rechenzentrumsgebäude anfällt.

„Der einstimmige Satzungsbeschluss ist nicht nur ein bedeutender Meilenstein für Nierstein, sondern eröffnet neue Perspektiven für die gesamte Region“, sagte Jochen Schmitt (FWG). Der Bürgermeister der Stadt Nierstein unterstrich die Rolle des Rhein-Selz-Parks als digitaler Motor der Region: „Durch das Projekt entstehen auf einer bislang ungenutzten Konversionsfläche hunderte neue Arbeitsplätze und eine Infrastruktur, die Zukunftsbranchen anziehen wird.“ VG-Bürgermeister Martin Groth (FWG) sagte: „Dieses Projekt zeigt, wie erfolgreiche interkommunale Zusammenarbeit funktioniert.“

red