
MOMBACH – Die Fastnacht ist mit dem Fall der Ortsverwaltung in Mombach angekommen. Geistlich gestärkt – zuvor hielten die Narren in der katholischen Kirche in Mombach den Narrenlob ab – und weltlich entschlossen stürmten die Fastnachter die örtliche Ortsverwaltung. Bevor das Haus in ihre Hände fiel, erwartete sie aber noch das traditionelle Wortgefecht mit den Hausherren.
Von oben fühlte sich die weltliche Macht zunächst sicher. Im ersten Stock verschanzte sich Ortsvorsteher Christian Kanka gemeinsam mit dem Ortsbeirat. Der Mainzer Oberbürgermeister Nino Haase stand Kanka zwar zur Seite, seine Unterstützung blieb jedoch erfolglos.

„Helau, ihr Narren“, rief der Ortsvorsteher aus dem Fenster. „Mann, seid ihr wieder viele.“ Wie jedes Jahr zeigte er sich erfreut über den Anblick der Menge und lobte den neuen Trommler-Chor. Auch den Oberbürgermeister stellte er demonstrativ an seine Seite. „Nino, sagt die Narren doch auch mal: Ei, Guude.“ Das knappe „Guude“ von oben ging im Jubel der Narren unter.
Schnell wechselte das freundliche Willkommen in gespielte Abwehr. Die Narren seien „unerlaubt“, hieß es, und überhaupt sei kein Geld da. Haase sagte: „Die Kasse ist nicht volle. Deshalb weiß ich nicht, was der Aufstand hier solle.“ Von Sicherheit war die Rede, von gutem Versteck und davon, dass der gesamte Ortsbeirat anwesend sei.

Darauf die Narren, die sich unter der verbalen Führung von Marc Wolf, stellvertretender Sitzungspräsident der Mombacher „Bohnebeitel“ äußerten: „Wie ist’s schon lange Tradition, die Ortsverwaltung wird zu unserer Bastion.“ Oben blieb man davon unbeeindruckt, der Ton spöttisch: „Verteil denen lieber ein paar Orden. Schau, schon sind sie still, die Horden“, meinte Haase.
Zwischen Lob, Reimen und närrischer Verwirrung zählte der Ortsvorsteher die anwesenden Gruppierungen auf und gratulierte den Jubilaren: Mombacher Bohnecorps „Die Bohnegard“ ist in der Kampagne elf Jahre alt geworden. Immer wieder ließ Kanka ein dreifaches „Helau“ ausrufen. „All sind sie da, die treuen Schlucker: Maleten, Eulen, Prinzen, Bohnen, Herzjer und die Mucker. Ihr seid das Salz in unserer Suppe“, rief er den Narren zu.

Doch das Geplänkel zog sich nicht allzu lange hin. „Der Marschbefehl, er muss jetzt raus. Erstürmung! Raus aus dem Verwaltungshaus!“ Es folgte noch der letzte Gruß: „Die Garden sind schon oben. Au, au, au. / Dann bis Aschermittwoch: Viel Spaß und Helau.“ Dann war der Schlüssel zur Regentschaft übergeben.

Der leichte Nieselregen trübte den Himmel, aber nicht die Stimmung im Narrenvolk. Es gab Musik, Schunkeler und eine Darbietung der Tanzformation Samtpfötchen, die sich inzwischen als Verein konstituiert hatte.
Das vierfachbunte Treiben ging bei guter Verpflegung in die Verleihung mehrerer Stadtorden und Mombacher Orden über.
Träger und Trägerinnen des Mombacher Ordens:
Mit dem Mombacher Orden wurden mehrere Fastnachter geehrt. Wegen des elfjährigen Jubiläums erhielt die Bohnegard gleich zwei Mombacher Orden, die an Karina Kopp und Joachim Kumpf gingen. Außerdem wurden mit der Auszeichnung des Ortsbeirats geehrt: Thomas Victor (Bohnebeitel), Elke Muth (Mombacher Prinzengarde), Hans-Jürgen Neumann (Maletengarde), Bianca Blechschmidt (Mombacher Underground Carneval Club), Sinem Cevik (Samtpfötchen), Daniela Hauf (Guggemusik Level Lots), Sandra Baumann (Mombacher Turnverein), Michael Esser als der neue Mombacher Zugmarschall, schließlich erhielten auch Nino Haase sowie Landtagsabgeordnete Doris Ahnen die Mombacher Auszeichnung.
Träger und Trägerinnen des Mainzer Stadtordens:
Haase brachte seinerseits mehrere Stadtorden für verdiente Fastnachter aus dem Stadtteil. Zwei davon erhielt die Bohnegard (Margot Wohn und Jule Hefner). Weitere Stadtorden gingen an: Fred Dziggel (Bohnebeitel), Selina Hamm (Mombacher Prinzengarde), Ellen Dresch (Meenzer Herzjer), Stephan Philippi (Maletengarde) und Leif-Eric Möller (Mombacher Underground Carneval Club).
























