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„Mombach ist kein Ausweichkorridor für eine gesperrte Autobahnabfahrt“ Ortsvorsteher Kanka fordert Entlastung für Mombach

Die gesperrte Autobahnabfahrt Mombach an der A643 sorgt seit Monaten für zusätzliche Verkehrsbelastung im Stadtteil. Das Bild zeigt die Sperrung und den betroffenen Abschnitt auf der Schiersteiner Brücke. Foto: Gregor Starosczyk-Gerlach

MOMBACH – Die seit Monaten gesperrte Autobahnabfahrt Mombach an der A643 wird – – nicht nur – für den Stadtteil zunehmend zur Belastungsprobe. Mombachs Ortsvorsteher Christian Kanka (SPD) fordert deshalb konkrete Entlastungsmaßnahmen, ein transparentes Sanierungskonzept und finanzielle Unterstützung durch den Bund. Für Kanka ist entscheidend, dass die Belastung nicht länger nur als subjektiver Eindruck der Bürger behandelt wird.

Verwaltung bestätigt mehr Verkehr

Rückenwind erhält seine Kritik durch Zahlen der Mainzer Stadtverwaltung. Sie bestätigt in der Antwort auf eine Anfrage des Ortsbeirats ein deutlich gestiegenes Verkehrsaufkommen im Stadtgebiet infolge der Sperrung. In Zahlen ausgedrückt: An der Verkehrszählstelle An der Krimm/Erzbergerstraße wurden rund 5000 zusätzliche Fahrzeuge pro Tag erfasst, am Knotenpunkt Obere Kreuzstraße/Erzbergerstraße stieg der Schwerlastverkehr von 362 auf 625 Fahrzeuge pro Tag.

Belastung für Wohngebiete

Für Kanka bestätigen diese Zahlen, was viele Anwohner seit Monaten schildern. Besonders betroffen seien die Kreuzstraße sowie weitere innerörtliche Straßen, auf denen deutlich mehr Durchgangs- und Schwerlastverkehr unterwegs sei. „Gerade der Umleitungsverkehr belastet die Wohngebiete, verschlechtert die Verkehrssicherheit und führt zu zusätzlichem Lärm, Abgasen und Staus“, sagt der Ortsvorsteher.

Kanka fordert deshalb den Bund und die Autobahn GmbH auf, konkrete Maßnahmen zur Entlastung des Stadtteils vorzulegen. Aus seiner Sicht gehört dazu insbesondere eine beschleunigte Prüfung, ob die gesperrte Abfahrt zumindest vorübergehend wieder für Pkw geöffnet werden kann. Außerdem verlangt er ein transparentes Zeit- und Maßnahmenkonzept für die Sanierung der Vorlandbrücke.

Beschleunigungsstreifen soll verlängert werden

Die Stadtverwaltung selbst bewertet die aktuelle Situation ebenfalls als belastend für das Stadtgebiet. Einschränkungen bei der Erreichbarkeit, zusätzliche Staus und damit verbundene Emissionen seien nachvollziehbare Folgen der Sperrung. Zugleich verweist die zuständige Dezernentin Janina Steinkrüger (Grüne) darauf, dass die Sperrung aus Sicherheitsgründen erforderlich sei und derzeit keine andere umsetzbare Lösung zur Verfügung stehe. Die bestehende Regelung müsse deshalb vorerst beibehalten werden.

Gleichwohl seien die Probleme bereits Ende Februar bei einem Abstimmungstermin mit der Autobahngesellschaft, der Straßenmeisterei und der Autobahnpolizei erörtert worden, so die Verwaltung. Um den Verkehrsfluss zu verbessern und Rückstaus zu reduzieren, soll beispielsweise der Beschleunigungsstreifen an der Anschlussstelle Gonsenheim kurzfristig deutlich verlängert werden. Unter Prüfung befinden sich technische Lösung zur separaten Führung des Lkw-Verkehrs. Dafür werde derzeit eine Funktionsausschreibung vorbereitet.

Mombach als Ausweichkorridor

Für Kanka ist das alles zu wenig. „Es kann nicht sein, dass die Folgen einer Infrastrukturmaßnahme des Bundes allein von den Menschen vor Ort getragen werden müssen. Wenn die Sperrung einer wichtigen Autobahnabfahrt zu erheblichen Mehrbelastungen in einem Stadtteil führt, dann muss der Bund auch Verantwortung für die Auswirkungen übernehmen“, sagt Kanka und fordert auch finanzielle Unterstützung durch den Bund.

Zwar sei klar, dass es keinen automatischen gesetzlichen Anspruch auf entsprechende Ausgleichszahlungen gebe. Politisch müsse die Forderung aber erhoben werden. Denkbar wären aus seiner Sicht Mittel für Verkehrsberuhigung, Straßensanierungen, sichere Querungen für Fußgänger oder Maßnahmen zur Luftreinhaltung.

„Gerade weil die Belastung nachweisbar gestiegen ist, erwarten die Bürger und Vertreter der Stadt zu Recht, dass der Bund zeitnah Lösungen präsentiert. Mombach darf nicht dauerhaft zum Ausweichkorridor für eine gesperrte Autobahnabfahrt werden“, sagt der Ortsvorsteher.

Red