
NIEDER-OLM – Sie sind eine fest etablierte Veranstaltungsreihe: die 2011 initiierten „begegnungen“. Ein Solokonzert, ein Kammermusikkonzert und ein Jazzabend – mit diesem Konzept bereicherte das kleine Festival auch in diesem Jahr den Veranstaltungskalender der Verbandsgemeinde. Der Name „begegnungen“ resultiere dabei aus der unmittelbaren Nähe des Publikums zu den Künstlern – besonders im Rathaus, erläutert Initiator Jens Klaassen. Für den Leiter der Musikschule der Verbandsgemeinde war die Anschaffung eines neuen Konzertflügels für das Rathaus der VG Nieder-Olm vor 15 Jahren der Anlass zum Start dieser beliebten Reihe.
Krönender Abschluss
Den krönenden Abschluss des diesjährigen Reigens bildete der Auftritt des Pablo Held Trios, das ebenfalls einen wichtigen Geburtstag in diesem Jahr begeht. Denn seit mittlerweile 20 Jahren prägt das Jazz-Trio die europäische Jazzszene. Zusammen mit Bassist Robert Landfermann und Schlagzeuger Jonas Burgwinkel entwickelt das Ensemble mit Pablo Held am Piano eine Musik voller intuitiver Interaktion und unerschrockener Spielfreude. Ihre Konzerte sind voller Überraschungen, stets im Spannungsfeld zwischen Komposition und Improvisation. Publikum, Fachpresse und Jazzgrößen sind gleichermaßen fasziniert, so heißt es in der Fachpresse und genau das stellten sie im Ratssaal von Nieder-Olm einem restlos begeisterten Publikum unter Beweis. Und so einen Geburtstag feiert man nicht so gerne alleine, dachten sich die drei Musiker und luden für die diesjährige Geburtstagstournee eine ganz besondere Musikerin ein, mit ihnen das Jubiläum musikalisch zu begehen – die britische Trompeterin Alexandra Ridout – eine der spannendsten Stimmen ihrer Generation.
Eigenkompositionen und große Standards des Jazz
Vom ersten Ton an entwickelte sich ein musikalischer Sog, getragen von intuitiven Interaktionen, wacher gegenseitiger Aufmerksamkeit und einer geradezu unerschrockenen Spielfreude. So sehr gerieten die Musiker gleich zu Beginn in einen kreativen Rausch, dass sie ohne Unterbrechung drei Stücke hintereinander spielten – ganz versunken in den Moment und im ständigen Dialog miteinander. Erst danach wandte sich Pianist Pablo Held an das Publikum, erläuterte augenzwinkernd, was gerade zu hören gewesen war. Im weiteren Verlauf öffnete sich das Programm dann neben Eigenkompositionen auch den großen Standards des Jazz, die das Quartett mit feinem Gespür, überraschenden Wendungen und großer interpretatorischer Freiheit neu auslotete. Immer wieder gelang es den Musikern, Bekanntes aufzubrechen und in frischem Licht erscheinen zu lassen. Das Publikum folgte dieser musikalischen Reise gebannt und dankte am Ende mit lang anhaltendem, kräftigem Applaus. Nach vehementen Zugaberufen kehrten die Künstler noch einmal in den Saal zurück und setzten einen fulminanten Schlusspunkt unter einen Abend, der noch lange nachklang.
Annette Pospesch
























