
EBERSHEIM – Zum 81. Jahrestag der Befreiung der Insassen des KZ Auschwitz durch die Rote Armee fand nun ein Gedenken auf dem Ebersheimer Friedhof statt. „Ich freue mich, dass es so viele interessiert“, sagte Ortsvorsteherin Anette Odenweller (CDU) zur Begrüßung der rund 50 Teilnehmenden. Diese hatten sich im Halbkreis vor dem Gedenkstein auf dem Friedhof versammelt, auf dem geschrieben steht „Zur Erinnerung an die Ebersheimer Opfer nationalsozialistischer Gewaltherrschaft“.
Zunächst ergriff die evangelische Pfarrerin Violetta Gronau das Wort: „Lasst uns innehalten, wer will darf Mitbeten: Gott, wir klagen vor dir das Leid der Ermordeten. Gott, wir klagen vor die das Leid der Überlebenden. Gott, befreie uns vor tief verwurzeltem Antisemitismus, der in unserer Gesellschaft immer noch lebt. Gott, gib uns Weisheit, unser Mitgefühl zu zeigen.“
Ortsvorsteherin Odenweller blickte zurück: „Am 27. Januar 1945 befreite die Rote Armee die Häftlinge des KZ Auschwitz. Mehr ale eineinhalb Millionen Menschen wurden dort systematisch ermordet. Verfolgt, deportiert, inhaftiert, gefoltert und ermordet. Am Jahrestag von Auschwitz stellt sich die Frage: Inwieweit sind wir uns der Tragweite nicht bewusst? Erinnerung darf kein staatlicher Akt sein, sondern muss eine fortlaufende Verpflichtung der Menschlichkeit sein. Die Erinnerung darf nicht enden, sie muss auch künftige Generationen zur Wachsamkeit mahnen.“
Im Anschluss gab es ein gemeinsames Gebet des katholischen Pfarrers Michael Tomaszewski und der evangelischen Pfarrerin Violetta Gronau. Nach dem gemeinsam von allen gesprochen „Vater unser“ zündeten die Teilnehmenden Kerzen an und legten sie am Gedenkstein nieder. Ebenso wurden Blumen niedergelegt.
Oliver Gehrig
























