
BODENHEIM – Bodenheim feiert mit erhobenen Gläsern. Die Geste, die das Bodenheimer Lied zur Eröffnung des St.-Albansfestes begleitete, drückte die heitere Stimmung gut aus, mit der das Jubiläum in Bodenheim offiziell startete. Es war kein gewöhnlicher Auftakt, bei dem die Liebeserklärung an die Region, den lokalen Weinbau und das gemeinsame Feiern aus der Feder von Adi Roß erklang. Vielmehr begann die Jubiläumsausgabe des 50. St.-Albansfestes.
Sekt-Opening mit starker Resonanz
Bereits am Vorabend hatte der Verkehrsverein mit einem Sekt-Opening in das Festwochenende gestartet. Die Stimmung sei „total entspannt“ gewesen, resümierte Michael Kasper, Vorsitzender des Verkehrsvereins. Der Sekt sei „in Mengen geflossen“. Bis auf Traubensaft sei man am späten Abend dann „komplett ausverkauft“ gewesen.
Im Gespräch mit Journal LOKAL wurde Kasper noch deutlicher. Mit der Resonanz auf das Sekt-Opening habe der Verein nicht in dieser Form gerechnet. „Es war für uns ein kompletter Schuss ins Blaue“, sagte Kasper. Man habe gehofft, dass etwa 400 Menschen kommen würden. „Geschätzt würde ich sagen, waren es so 600 bis 700. Das war schon echt gut.“ Jetzt sei die Vorfreude „riesig“, sagte er.
Ein Fest der Gemeinschaft
Kasper und Mitvorsitzende Eleni Gauer werteten das St.-Albansfest vor allem als Gemeinschaftsereignis. Es seien sehr viele Bodenheimer gekommen, aber auch Gäste von außerhalb. Zudem habe der Verkehrsverein Ehrengäste eingeladen, darunter Menschen, die mit der Geschichte des Vereins und des Festes besonders verbunden seien. Kasper selbst ist im dritten Jahr im Vorstand. Mit Blick auf die Zukunft sagte er: „Wir möchten das Fest nicht zu Grabe tragen.“
Eine Besonderheit des Bodenheimer Festes, die es von anderen Weinfesten in der Region abhebt, sah Kasper im klaren Profil. „Bei uns gibt es nur Wein, sprich keine Schorle“, sagte er. Die Winzer wollten das so, erklärte Kasper – und er finde das gut. „Es ist ja ein Weinfest. Man soll Wein probieren und man soll keine Schorle trinken.“
Profil in dichtem Veranstaltungskalender
Gleichzeitig müsse sich auch das St.-Albansfest in einem immer dichter werdenden Veranstaltungskalender behaupten. Kasper beobachtet, dass es auf vielen Festen insgesamt etwas ruhiger werde. „Es sind so viele Veranstaltungen wie immer an jedem Wochenende. Man weiß ja gar nicht, wo man hingehen soll“, sagte er. Das Bodenheimer Fest setze deshalb auch auf ein starkes Musikprogramm. Für Sonntag verwies Kasper besonders auf Jammin‘ Cool, einen überregional bekannten Gast. „Da hoffen wir natürlich schon, dass wir dadurch wie ein Magnet wirken.“
Erinnerungen an 50 Jahre Festgeschichte
Ortsbürgermeister Jens Mutzke (SPD) stellte in seiner Ansprache den Rückblick auf 50 Jahre Festgeschichte in den Mittelpunkt. Unzählige Bodenheimer hätten auf dem Platz gefeiert: „Manche als Kinder, manche als Jugendliche, Erwachsene, dann vielleicht mit eigenen Kindern. Heute mit Enkeln, das kann auch sein.“ Der Ortsbürgermeister erinnerte an Altbürgermeister Alfons Achatz, der das Albansfest bereits zum 25. Jubiläum treffend beschrieben habe: als „ein Fest, das von Menschen für Menschen ausgerichtet wird“. Genau das gelte auch heute, betonte Mutzke mit Blick auf die vielen Ehrenamtlichen, die das Fest möglich machten.
Auszeichnung für Qualität und Gastfreundschaft
Auch die Rheinhessische Weinprinzessin Jil Kleber stellte die Bedeutung des Festes für die Region heraus. Das St.-Albansfest dürfe aus dem rheinhessischen Veranstaltungskalender „definitiv nicht fehlen“, sagte sie. Am Morgen habe es in Bodenheim noch „ziemlich in Strömen geregnet“. Umso mehr hoffe sie, dass der Wettergott nun auf der Seite des Festes sei und das Jubiläum bei bestem Festwetter gefeiert werden könne.
Zum Jubiläum brachte Kleber eine besondere Anerkennung mit. Das St.-Albansfest erfülle erneut die hohen Qualitätsstandards des Gütesiegels „Rheinhessen ausgezeichnet“. Sie gratulierte zu dieser Anerkennung und zur Urkunde. „Sie steht für Qualität, für Gastfreundschaft und vor allem die Liebe zum Wein“, sagte Kleber.
Feiern bis zum Höhenfeuerwerk
Noch bis Montag, 8. Juni, feiern die Bodenheimer und ihre Gäste das St.-Albansfest, das mit einem Höhenfeuerwerk zu Ende gehen wird. Ein schönes Erinnerungsstück an das Jubiläumsfest dürfte übrigens das aufwendig gestaltete Festglas werden.
Autor: Gregor Starosczyk-Gerlach























