MOMBACH – Dass der Winter in der Lemmchenschule nach den Winterferien nicht so streng ausfällt – darauf hofft Schulleiter Ralf Oeser sehr. Denn schon jetzt sei jeder Tag eine Herausforderung. „Fast täglich treffen Meldungen ein, dass jemand in den Familien Corona hat.“ Anfang Dezember befanden sich fünf Kinder in häuslicher Quarantäne, ohne selbst erkrankt zu sein.
Die Überlastung des Gesundheitsamtes sei im Schulbetrieb spürbar. „Welches Kind für wie lange in Quarantäne muss, diese Entscheidung kommt nicht so schnell wie am Anfang der Pandemie.“ Gleichwohl greifen die Hygienemaßnahmen gut, findet er. „Wir hatten bisher keinen einzigen Fall eines positiv auf Corona getesteten Kindes.“
Dem Hygiene-System der Schule sei Dank: Die Anfangszeiten des Unterrichts wurden vervierfacht. Der Schulhof in vier Zonen eingeteilt. Es gibt zwei Zugangswege zur Schule. Auch das wurde deutlich heruntergefahren: weg von großer Durchmischung und den Möglichkeiten, die AGs frei zu wählen, hin zur ganztägigen Betreuung in Klassenverbänden. „Unser System greift. Die Zahlen zeigen es uns“, ist Rektor Oeser zufrieden. Auch die Krankheitstage im Kollegium scheinen vorerst im Vergleich zu früheren Jahren weniger zu sein, ergänzt Konrektorin Regine Schröter, die den Grund dafür im Maskentragen und häufigem Händewaschen sieht.
„Im Moment frieren wir alle“, ergänzt der Schulleiter. Dass die Häufigkeit der Frischluftzufuhr in den Klassen abnehmen kann, zeigen die Erfahrungen aus den Schulen, die eine Lüftungsanlage des Max-Planck-Instituts für Chemie aus Mainz benutzen. Vergleichsweise einfach zu bauen, sollen sie die Räume effektiv und deutlich von infektiösen Aerosolen befreien.
Die Stadt Mainz unterstützt die Installation. „Die Gebäudewirtschaft hat sich unsere Schulräume bereits angesehen“, sagt Oeser. Das System soll zunächst in zwei Klassenzimmer kommen. Beim Einbau könnte sich der Rektor die Kooperation mit der Realschule plus, die sich das Gebäude mit der Grundschule teilt, vorstellen. Ähnlich wie in Marienborn, wo die Eltern mit angepackt und bereits alle Räume mit dem System ausgestattet haben.
Beim Mensabetrieb erbringt das Lehrpersonal zusätzliche Leistungen. Manchmal habe sie das Gefühl, sagt Schröter, Systemgastronomie zu betreiben. Auch Oeser hat schon zwischen den Mahlzeiten die Tische desinfiziert. Auch ohne zusätzliche Manpower, betont der Rektor, reagiere man rasch auf die Vorgaben, die hinsichtlich des Stundenplans oder speziell des Ganztagsbetriebs eingearbeitet werden müssen. Schröter ergänzt: „Wir versuchen all das aus Gründen der Hygiene ohne Hinzuziehung externer Kräfte zu bewältigen.“
Das Corona-Jahr habe schon jetzt die Schulgemeinschaft gestärkt, vermutet der Schulleiter. „Ja, wir schaffen es im Team“, so Oeser. Mit den Lüftungssystemen vielleicht leichter als ohne.