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Stolpersteine glänzen wieder

NIERSTEIN – Jetzt sind alle Stolpersteine wieder blank geputzt, alle Inschriften erstrahlen in der Frühjahrsonne und sind gut zu lesen. Die Stolpersteine wurden in Nierstein vor den Häusern, in denen der letzte freigewählte Wohnsitz der von den Nazis verfolgten Menschen war, in die Bürgersteige eingelassen.

Sie sind mit einer Messinglegierung versehen, in die die Namen und Daten dieser Opfer nationalsozialistischer Verbrechen eingraviert sind. Die Legierung, die zunächst goldfarben glänzt, verschmutzt schnell und wird dunkel. Aus diesem Grund hat es sich der Geschichtsverein zur Aufgabe gemacht, einmal jährlich die Steine zu reinigen und ihren ursprünglichen Glanz wieder herzustellen.

Der Niersteiner Geschichtsverein, der die Verlegung der Stolpersteine in Nierstein 2013 initiiert hat, sieht sich auch in der Pflicht, sie zu pflegen und in einem würdigen Zustand zu erhalten. So trafen sich kürzlich 24 Helferinnen und Helfer, um die Reinigungsarbeiten durchzuführen. Neben Mitgliedern des Geschichtsvereins und seines Arbeitskreises Stolpersteine waren auch der Rektor der Carl-Zuckmayer-Realschule Plus in Nierstein, Matthias Ritter, mit einigen seiner Kolleginnen und Kollegen zur Reinigungsaktion gekommen.

Die große Anzahl Freiwilliger sei ein Zeichen, dass sich die Stolpersteine als Gedenkorte für die Opfer der Naziverfolgung im öffentlichen Bewusstsein verankert hätten. „Wir ehren die Opfer auch dadurch, dass wir diese Erinnerungsorte pflegen und in Ordnung halten“, sagte der Vorsitzende des Geschichtsvereins Hans-Peter Hexemer. Für den Geschichtsverein und seinen Arbeitskreis Stolpersteine bedankte sich Vorstandsmitglied Dr. Joachim Allmann bei allen, die geholfen haben, diese Erinnerungsarbeit zu unterstützen.

Am 20. Juni um 11 Uhr wird der 55. Stolperstein in der Ringstraße 19 verlegt, der an Josefine Zeller erinnert. Dazu gibt es ein Rahmenprogramm, zu dem die Bürger eingeladen sind.

Auf Initiative des Geschichtsvereins wird am 20. Juni ein weiterer Stolperstein verlegt. Foto: red

Nähere Informationen unter geschichtsverein-nierstein.de.