
MAINZ-MOMBACH – Spiele mit einer solchen Zahl an Torchancen gewinnt man für gewöhnlich. Beim TSV Schott Mainz war das am 29. Spieltag der Regionalliga Südwest anders. Die Mannschaft von Samuel Horozovic verlor ihr Heimspiel gegen Kickers Offenbach mit 1:3. Damit steht der TSV Schott als Absteiger fest. Auf dem Kunstrasen der Bezirkssportanlage in Mainz-Mombach sahen 1118 Zuschauer eine Partie, in der die Gastgeber über weite Strecken das Spiel bestimmten, sich für ihren Aufwand aber erneut nicht belohnten.
Dabei begann die Partie aus Sicht der Mainzer vielversprechend, ja, furios. Schott knüpfte an die gute, wenn auch punktlose Leistung bei der SG Sonnenhof Großaspach in der Vorwoche an. Die Mannschaft stand kompakt, agierte ballsicher und trat keineswegs wie ein feststehender Abstiegskandidat auf. „Die Jungs haben sich echt top an den Matchplan gehalten, super umgesetzt“, sagte Horozovic nach der Partie. Gerade im Zwischenraum habe seine Mannschaft vieles gut gelöst. Man habe bewusst nicht permanent den direkten Weg in die Tiefe gesucht, sondern auch darauf gesetzt, zweite Bälle einzusammeln und von dort aus ins Spiel zu kommen. „Das hat heute auch funktioniert“, sagte der Schott-Coach.

Foto: Gregor Starosczyk-Gerlach
Früh setzte der TSV offensive Akzente. In der elften Minute brachte Etienne Portmann einen Freistoß von rechts auf Alexander Rimoldi, dessen Kopfball der Offenbacher Torwart entschärfte. Die größte Chance der Gastgeber folgte in der 15. Minute. Nach einer Offenbacher Ecke setzte Schott einen schnellen Gegenstoß. Shai Neal machte sich pfeilschnell aus der eigenen Spielhälfte auf den Weg, schuf eine Überzahlsituation, zog über rechts in den Strafraum, umkurvte den Torwart und legte quer. Am Pfosten rettete ein Offenbacher Verteidiger in höchster Not zur Ecke.
In dieser Phase sah Horozovic später den Kern des Problems. Seine Mannschaft hätte aus seiner Sicht bereits früh in Führung gehen müssen. „Das war heute schon ein harter Tobak“, sagte er über die Chancenverwertung.
Nach rund 20 Minuten erhöhte Offenbach den Druck. Dass Schott am Ende nicht nur an der mangelnden Effizienz im Abschluss scheiterte, sondern auch an groben individuellen Fehlern, stellte Horozovic ebenfalls klar heraus. „Man kann dem Kollektiv wenig Vorwürfe machen.“ Beim 0:1 (34.) sprang Jan Just nach einem Offenbacher Freistoß unter einer Flanke hindurch, Ron Berlinski traf ins lange Eck. Eine umstrittene Szene um ein nicht anerkanntes Tor, das den Anschlusstreffer bedeutet hätte, ließ den Mainzer Trainer später ebenfalls nicht los. „Es war kein Abseits“, sagte er. Stattdessen fiel in der Nachspielzeit nach einem Ballverlust von Nils Gans das 0:2 (45.+2) durch Berlinski. „Wir haben auch wieder so einen Knackpunkt, wo wir vor der Halbzeit das 2:0 kassieren“, sagte Horozovic.
Auch nach dem Seitenwechsel wiederholte sich das Bild. Schott investierte viel, blieb aggressiv und kam immer wieder ordentlich bis ins letzte Drittel, brachte sich dort aber um den Ertrag. Dennis de Sousa Oelsner verlieh dem Mainzer Spiel nach seiner Einwechslung über die linke Seite neuen Schwung. Das 0:3 fiel jedoch erneut nach einem schweren Fehler: Benedikt Blum verpasste den Ball, Berlinski legte quer auf Jona Borsum, der aus kurzer Distanz einschob (58.).
Trotz des klaren Rückstands steckte Schott nicht auf. Die Gastgeber betrieben weiter hohen Aufwand und belohnten sich in der Nachspielzeit durch de Sousa Oelsner noch mit dem Ehrentreffer (90.+1). Fast wäre es sogar noch einmal enger geworden, doch Jos Mauser setzte den Ball knapp über das linke Toreck.
Bemerkenswert fiel auch die Einordnung von Offenbachs Trainer Zimmermann aus. Trotz des Auswärtssiegs sprach er von „purem Glück“. Am Ende blieb für den TSV Schott Mainz eine Niederlage, die vieles bündelte, was die Saison geprägt hat: ordentliche Spielphasen, hoher Aufwand, ausgelassene Chancen – und Fehler, die auf diesem Niveau konsequent bestraft werden.
Fußball-Regionalliga Südwest, 29. Spieltag:
TSV Schott Mainz – Kickers Offenbach 1:3 (0:2)
Tore: 0:1 und 0:2 Berlinski (34., 45.+2), 0:3 Borsum (59.), 1:3 de Sousa Oelsner (90.+2).
Aufstellung TSV Schott Mainz: Balters – Rimoldi (de Sousa Oelsner 58.), Gans, Ahlbach, Just (Blum 46.) – Wust (Mairose58.), Portmann, Horozovic – El Mahaoui (Onangolo 65.), Roden (Gansmann 86.), Neal.























