Start Gesellschaft Innovation trifft Heimat FWG Rhein-Selz präsentiert visionäre Leitmotive

Innovation trifft Heimat FWG Rhein-Selz präsentiert visionäre Leitmotive

Friedhelm Schmitt leitet die FWG. Foto: Andreas Lerg

VG RHEIN-SELZ – Die FWG Rhein-Selz hat ihre Leitmotive für die Kommunalwahl und damit für die nächste Legislaturperiode vorgestellt. „Wir wollen die Lebensqualität für alle Menschen in der Verbandsgemeinde Rhein-Selz nachhaltig verbessern und die Gebietskörperschaft zukunftsfähig machen“, erläutert Fraktionssprecher Friedhelm Schmitt den Grundgedanken. Einer der fünf Bereiche, die im Fokus stehen, ist das „enorme Potenzial des Tourismus“. Die FWG will die touristische Infrastruktur mit dem Ziel stärken, „die rheinhessische Gastlichkeit noch besser erlebbar zu machen und zu bewerben“. Einwohner, Gewerbetreibende und Touristen sollen gleichermaßen davon profitieren.

Hinsichtlich der integrativen Mehrgenerationenpolitik stellen die Leitlinien der FWG die Grundversorgung mit wichtigen sozialen Einrichtungen wie Ärzten, Pflegeeinrichtungen, Schulen und Kindertagesstätten in den Vordergrund. Ein Miteinander der Generationen wirkt auch der Vereinsamung im Alter entgegen. Beim Erhalt und Ausbau der kulturellen Vielfalt in Rhein-Selz „wäre an eine Vernetzung und zentrale Vermarktung der kleinen, aber feinen Angebote, die es in den Gemeinden gibt, zu denken“, sagt Schmidt. Andreas Lerg, der ebenfalls auf der Liste steht, ergänzt: „Viele dieser Kulturanbieter sind Einzelkämpfer. Eine für alle nutzbare Vermarktungsplattform im Internet wäre ein Ansatz.“

Zu zukunftsfähigen Mobilitätskonzepten ergänzen beide, soll neben dem ÖPNV auch alternative Ideen mitbedacht werden. „Dabei ist ein homogenes Radwegenetz anzustreben, ebenso die Möglichkeit, mit dem Fahrrad in der Region schnell, sicher und effizient pendeln und fahren zu können. Die Topologie bietet sich dafür hervorragend an, denn die Gemeinden liegen alle nicht allzu weit auseinander“, so Lerg.

Alternative Verkehrskonzepte verbessern andererseits die Rahmenbedingungen, die sich in der Attraktivität des Standorts für Unternehmen und Start-ups spiegeln sollen. Die Schaffung eines ansprechenden Umfelds für Investoren und Gründer soll auch durch die Verbesserung der digitalen Infrastruktur und ein flächendeckend schnelles Internet erreicht werden.

Schmitt: „In Oppenheim gab es ein Start-up, ‚  Qi-Tech‘, gegründet von Schülern, das sich dem Thema 3D-Druck gewidmet hat. Dabei wurde aus Abfallplastik das ‚Filament‘, also der Rohstoff zum 3D-Druck, gewonnen. Die Maschinen dafür haben die jungen Leute selbst entwickelt, konstruiert und gebaut. Mittlerweile hat Qi-Tech seinen Standort nach Darmstadt verlegt, weil es in der VG Rhein-Selz keine tauglichen Räumlichkeiten und Möglichkeiten zum Wachstum gab. Das muss sich ändern.“

Wie Lerg ergänzt, müsse nicht nur modernes produzierendes Gewerbe in Rhein-Selz eine Heimat finden, sondern auch der Dienstleistungssektor: „Beispielsweise im Medienumfeld, denn im Großraum Rhein-Main gibt es zahlreiche große Medienunternehmen“.

Die FWG-Leitlinien definieren die Wirtschaftsförderung als ein ganzheitliches Konzept, das Wohnen, Leben und Arbeiten in der Region in Einklang bringt. Die Schaffung attraktiver und geeigneter Gewerbeflächen, die Entwicklung zukunftsorientierter Fördermodelle und Synergien zwischen Gewerbe und Kommunen sind weitere zentrale Ansätze.

„Es fehlt an Räumlichkeiten, Flächen und Möglichkeiten für Gründer und Start-ups“, fährt Schmitt fort. „Der Standort des Rhein-Selz-Parks bietet sich an, um dort ein innovatives ‚Gründer-Zentrum‘ zu schaffen. Man nutzt dort vorhandene Immobilien als Gewerbefläche, die Start-ups zu günstigen Konditionen nutzen können, um ihr Gewerbe zu gründen und zu ans Laufen zu bringen“, erläutert Schmitt. Das Gebäude wäre mit entsprechender Infrastruktur, vom schnellen Internet bis zu einem ‚Empfang‘ mit für alle Nutzer tätigen Telefonzentrale, ausgestattet.

Zudem könnten „Kooperationen mit den Universitäten und Fachhochschulen der Region, aber auch etablierten Unternehmen, ein solches Gründer-Zentrum nicht nur stärken, sondern auch sehr attraktiv machen“. Denn der Rhein-Selz-Park biete Gebäude-Kapazitäten sowohl für Büroflächen als auch bestimmte produzierende Tätigkeiten.

Nicht zuletzt sollen nach der FWG die Einheimischen vor der eigenen Haustür berufliche und private Entfaltungsmöglichkeiten vorfinden. Die Entlastung der Bürgerinnen und Bürger im täglichen Leben verorten die Leitlinien bei bezahlbarem und individuellem Wohnraum. „Jahrelang wurden in den Kommunen – nicht nur in Rhein-Selz – erschlossene Baugebiete an Bauträger verkauft, um entsprechend schnell und einfach Einnahmen zu generieren. Erst in den letzten Jahren sind wieder vereinzelt Projekte im sozialen Wohnungsbau und im Bereich bezahlbares Wohnen entstanden. Hier muss angeknüpft werden“, meint Schmitt.

Die Entlastungen für die Bürger beginnen laut den Leitlinien „bei einer bürgerorientierten, effizienten und digitalisierten Verwaltung“. Doch geht die Entlastung bis zu unkomplizierten, niedrigschwelligen Angeboten zur Kinderbetreuung. Wichtig sind auch: die umfassende lokale Versorgung mit kurzen Wegen für Einkäufe, ärztliche Versorgung und Freizeitaktivitäten wie Schwimmbäder und Sportangebote, aber auch kulturelle Attraktionen und die Erholung in der Natur.

Gregor Starosczyk-Gerlach

Mehr über die FWG-Leitlinien und die Liste gibt es hier.