BISCHOFSHEIM – Früh am 1. Mai machte sich ein Bus voller neugieriger Sänger, Sängerinnen und Freunde des Germania-Chors auf die Reise in die „unbekannten“ Gefilde des nordöstlichen Deutschlands. Ziel und Ausgangspunkt für weitere Erkundungen war Cottbus, wo die Gruppe am Spätnachmittag nach langer Fahrt, unterbrochen vom traditionellen Germania-Frühstück – Weck, Worscht und Woi, und auch Käse – und mehreren Zwischenstopps ihr Hotel erreichte. Einchecken und Abendessen im Hotel, Ausklang an der Hotelbar.
Am nächsten Tag ging‘s in die Lausitz, den meisten bekannt als Braunkohlerevier mit den großen Tagebauen. Aber überraschenderweise fand sich eine ganz andere Landschaft: weite Felder, grüne Wiesen, kleine Dörfer und Städte und dazwischen immer wieder Seenlandschaften. In Senftenberg erfuhren wir, dass die meisten Tagebaue nach der Auskohlung wieder renaturiert wurden, zum Teil verfüllt und wieder als Feldfluren und Wiesenlandschaft angelegt, zum Teil auch geflutet und in eine große Seenlandschaft überführt. So sind mehr als 10 große Seen entstanden, die zum Teil schon jetzt, aber künftig alle mit Kanälen verbunden sind. Mit Freizeitbooten, aber auch mit dem Traditionsschiff „Santa Barbara“ mit über 100 Plätzen, kann man sie befahren. Und natürlich haben wir am Nachmittag damit eine Fahrt auf dem Senftenberger See vom Stadthafen aus mitgemacht, nachdem wir den Vormittag zur Besichtigung weiterer teils neuer Seen des Touristikgebiets Lausitzer Seenland genutzt haben: Blühende Landschaften an einem herrlichen Mai-Morgen, noch nicht touristisch überlaufen in dieser Jahreszeit, aber im Sommer bereits meist alles ausgebucht. Am Spätnachmittag zurück nach Cottbus, Abendessen im Szene-Lokal „Kartoffel-Kiste“ und Ausklang in der Hotelbar.
Jetzt stand der Spreewald auf dem Programm. Während der Anfahrt informierte uns der Führer über viel Wissenswertes vom Spreewald: Bereits im frühen Mittelalter siedelten hier Sorben im niedersorbisch „Blota“ à „die Sümpfe“ genannten Gebiet, betrieben Ackerbau und Viehzucht und gestalteten die Landschaft durch Begradigung der Fließe der Spree und mit Kanälen, um die Überschwemmungsgefahr für das Land zu mindern. In der Neuzeit sei der Spreewald eines der bekanntesten und beliebtesten Reiseziele in Brandenburg.
Erstes Ziel war die Stadt Lübben im Biosphärenreservat. In der Paul-Gerhadt-Kirche, eine spätgotische Hallenkirche am Marktplatz, war der bekannte Kirchenlieder-Dichter Paul Gerhardt bis 1676 sieben Jahre als Pfarrer tätig. Interessant auch, dass man vom heutigen Markplatz-Niveau mehrere Stufen hinabsteigt, um auf das Kirchen-Niveau zu kommen, da der „Baugrund“ der Stadt durch Brandschatzungen, verheerende Brände und immer wieder erneuter Aufbau der Stadt auf dem Brandschutt im Lauf der Jahrhunderte in die Höhe wuchs.
Von Lübben ging‘s weiter nach Leipe, mitten hinein in das Innerste des Biosphärenreservats. Beim „Froschkönig“ gab’s ein deftiges Mittagessen und danach zwei Stunden Kahnfahrt auf Fließen, Kanälen und auch auf der Spree selbst. Bei herrlichem Wetter und dank der frühen Jahreszeit fast ohne Mücken und Schnaken. Zurück nach Cottbus, durch blühende Landschaften, vorbei an bunt gestrichenen Häusern, in die „Kartoffelkiste“ und schließlich zum Schluss in die Bar, mit langen Gesprächen ein prächtiger Ausklang.
Am Tag darauf, Packen, Gepäck zum Bus und Heimreise bei erträglichem Verkehrsaufkommen, so dass die Reisegruppe pünktlich gegen 20 Uhr wieder in Bischofsheim gesund zurück war und auf eine erlebnisreiche Chor-Reise zurückblickt.
Albrecht H. Glöckle
GV Germania 1869 Bischofsheim e.V.























