
HECHTSHEIM – Eine besondere Ehrung nahm nun der Verein Hechtsheimer Ortsgeschichte auf der Jahreshauptversammlung des TV Hechtsheim im Lokal „Zur Kegelbahn“ vor. Ottmar Schwinn, Vorsitzender des Vereins Hechtsheimer Ortsgeschichte, und Kassenverwalter Klaus Dostert überreichten eine neue Plakette an den TV-Vorsitzenden Thomas Biewald. Auf der Plakette ist die Geschichte der TV-Halle verewigt. „Wir möchten den Vorstand indirekt ehren“, sagte Schwinn in der Versammlung. „Genauer gesagt die Männer im Vorstand, die vor 120 Jahren den Mut aufgebracht haben, den Bau einer Turnhalle zu planen.“

Der am 6. August 1882 gegründete Turnverein hatte ein halbes Jahr später mit dem sogenannten „Anturnen“ den Sportbetrieb aufgenommen, heißt es im Schriftzug der Plakette. Ziel der Turnvereine war die Körperertüchtigung. Im Sommer wurde auf dem Turnplatz an der Grabenstraße, der heutigen Ringstraße, geübt, im Winter im Vereinslokal Stauder „Zur Sängerhalle“. Um das große Ziel, den Bau einer eigenen Turnhalle, zu verwirklichen, erwarb der Turnverein 1903 und 1904 mehrere Grundstücke an der Grabenstraße. Am 29. Juli 1906 wurde unter Beteiligung des Gemeinderates, der Geistlichkeit, der Vereine und der Bevölkerung feierlich der Grundstein für die Turnhalle gelegt, deren besonderes Merkmal ihre Jugendstilelemente sind. Rechtzeitig zum 25-jährigen Bestehen des Vereins fand am 23. Juni 1907 die Einweihung der Halle statt, die sich bis heute im Vereinsbesitz befindet. Die Halle dient aber schon immer nicht nur dem Turnen und dem Sport, sondern war und ist Ort geselliger und kultureller Veranstaltungen, so der Verein Hechtsheimer Ortsgeschichte.
„Diese Turnhalle, die auch über eine Bühne verfügt, prägt bis heute das Bild Hechtsheims“, erläuterte Ottmar Schwinn. „Diese Plakette erinnert an den Bau.“ Die neue Plakette soll in diesem Jahr beim Turngartenfest des Turnvereins offiziell am Eingang der TV-Halle angebracht werden.
Oliver Gehrig